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Editorial

09.06.2016 11:30
In eigener Sache: Beschwerde abgewiesen!

>> Vor einigen Wochen flatterte mir ein Brief mit einer Beschwerde auf den Schreibtisch. Absender: der Deutsche Presserat. Nichts, was man als verantwortungsbewusster Journalist oft bekommt, denn der Presserat als Selbstkontrollorganisation soll sicherstellen, dass wir uns an den von den deutschen Verlagen mehrheitlich anerkannten Pressekodex halten. Stellt der Beschwerdeausschuss fest, dass man gegen die Berufsethik verstoßen hat, gibt‘s – und das völlig zu recht – was auf die Finger. Das kann ein kleiner Klapps in Form eines „Hinweises“ sein, eine „Missbilligung“ als deutlichere Zurechtweisung oder eine öffentliche „Rüge“ als härteste Sanktion, deren Veröffentlichung zwingend vorgeschrieben ist.

Anlass dieser Beschwerde – übrigens die erste in meinem Berufsleben – war der Artikel „Viele offene Fragen“ über den HMA – Health Media Award (nach Selbsteinschätzung der „Oscar der Healthcare-Kommunikation“), der in unserer Ausgabe vom Februar 2017 erschienen ist. Beschwerdeführer war der Initiator und sogenannte „Alterspräsident“ des HMA, Markus Berger. Doch die Beschwerde beim Deutschen Presserat war nur der (bisherige?) Schlusspunkt unter Herrn Bergers seltsame Reaktionen auf meinen Artikel, daher eine kleine Auswahl:

• Am 15. Februar veröffentlichen wir auf pharma-relations.de und damit gleichzeitig auch auf unserer Facebook-Seite die Meldung „Tempo-Foodtruck macht mobil gegen Viren“. Eine Meldung mit Neuigkeitswert, wie wir sie fast täglich veröffentlichen, aber auch nichts Weltbewegendes. Wenige Tage später postet Herr Berger dazu: „Pharma Relations schlägt den ‚Tempo-Foodtruck‘ für Nominierung beim 10. Health:Angel vor.“– etwas, das wir als Redaktion grundsätzlich nicht tun, weder beim HMA noch bei irgendeinem anderen Award!

• Am 7. März erreicht mich eine vermeintlich kritische Leserzuschrift mit Fragen zu besagtem Artikel. Diese Fragen legten vor allem eines nahe, nämlich dass ich wegen meiner Jurorentätigkeit beim Comprix offenbar das Ziel verfolge, dem HMA zu schaden. Welch eine „Überraschung“: Der Absender entpuppte sich nach einer nur wenige Minuten dauernden Recherche als persönlicher Bekannter des „Alterspräsidenten“.

• Am 26. April erscheint auf der Facebook-Seite des HMA unter der Überschrift „Pharma Relations zur Nominierung für den 10. Health:Angel vorgeschlagen“ der folgende Post: „Pharma Relations bezeichnet sich selbst als das führende Fachmagazin für Pharma-Marketing und Healthcare-Kommunikation. ‚Es ist an der Zeit, auch diese Publikation einmal einer kritischen Begutachtung zu unterziehen‘, kommentierte HMA-Alterspräsident Markus Berger den Vorschlag gegenüber Health:Angel-TV.“ Was bei dieser „kritischen Begutachtung“ herauskommen wird, kann man sich leicht ausrechnen. Allerdings überrascht es schon, dass Herr Berger sich mit diesem „Nominierungsvorschlag“ überhaupt befasst. Denn schließlich geht es beim HMA doch um Gesundheitskommunikation, die wir aber selbst überhaupt nicht betreiben.

Doch zurück zur Beschwerde beim Deutschen Presserat, in der mir Herr Berger unterstellte, bei dem Artikel handele sich um eine Kampagne, die das Ziel verfolge, „mit Schmutz zu werfen, mich zu diskreditieren, um selbst gut da zu stehen“. Von den sieben Beschwerdepunkten des Herrn Berger wurden nur drei überhaupt zugelassen, zu denen ich dann ausführlich Stellung genommen habe. Auf Grundlage der umfangreichen Dokumentation meiner Recherche erfolgte dann das Urteil des Beschwerdeausschusses des Deutschen Presserats: „Beschwerde unbegründet.“

Eines bleibt bei der ganzen Angelegenheit allerdings zurück, nämlich die vielen offenen Fragen zum HMA, die mir im Zuge meiner Recherche niemand beantworten wollte. Und die beiden Professoren, die es als neuer Jurypräsident bzw. Stellvertretender Jurypräsident beim HMA 2017 möglicherweise getan hätten, Dr. Herbert Rebscher und Dr. David Matusiewicz, sind nur wenige Wochen nach ihrer Berufung auch schon wieder zurückgetreten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt ...
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Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihr
Wolfgang Dame

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In eigener Sache: Beschwerde abgewiesen!

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