Editorial
>> Für den „normalen“ Mitteleuropäer, also den, der in der vielbeschworenen christlich-abendländischen Tradition groß geworden ist, ist Weihnachten ein Fest mit vielen Facetten. Nicht mehr ganz so Viele feiern tatsächlich die Ankunft des Heilands, aber fast Jeder freut sich - je nach persönlichem Geschmack und familiärem Brauch - auf Gans oder Karpfen, ist gespannt, was die liebe Familie einem diesmal unter den Christbaum legt (hoffentlich nicht schon wieder Oberhemd, Schlips und Socken!) und freut sich auf das gemütliche Zusammensein am Heiligen Abend - auch wenn schon im Voraus klar ist, dass sich die lieben Kinderlein mal wieder um das neue Spielzeug prügeln und Tante Gisela wie jedes Jahr beleidigt ist, weil ihre Plätzchen nicht überschwänglich gelobt werden. Das Gefühl aber, das wohl alle Weihnachten feiernden Menschen - sobald die letzten Besorgungen erledigt und der Baum geschmückt ist - verbindet, ist, es geschafft zu haben, mal wieder ein Jahr mehr oder weniger gut über die Bühne gebracht zu haben, und dann geht der Blick in die Zukunft und man schmiedet Pläne für das kommende Jahr und fragt sich voller Vorfreude oder zumindest Spannung, was dieses wohl bringen wird.
Der Pharmawerber ist ohnehin kein „normaler“ Mensch, denn dafür denkt er viel zu strategisch und viel zu kreativ, aber auch in einem anderen Punkt unterscheidet er sich von Otto Normalverbraucher: Für den Pharmawerber gibt es jedes Jahr noch ein zweites „Weihnachtsfest“, das er feiert - und das nennt er „COMPRIX“. Natürlich kommt zu diesem Anlass nicht der Heiland, sondern nur der Kons, aber davon abgesehen sind die Parallelen doch recht auffällig. Auch der Pharmawerber hat, sobald er am Abend der Preisverleihung das Namensschild angesteckt und das erste Glas Prosecco geleert hat, das Gefühl, ein - natürlich erfolgreiches - Jahr abzuschließen. Und auch er freut sich darauf, länger nicht gesehene „Familienmitglieder“ (also Kollegen) zu treffen, denn seien wir mal ehrlich: So richtig verstanden fühlt sich der Pharmawerber nur von seinesgleichen.
Kurzum: Er ist mit sich und der Welt zufrieden. Zumindest so lange, bis es ans Geschenke auspacken geht und „Christkind“ Kons die Awards verteilt. Und auch da zeigt sich wieder die Ähnlichkeit zwischen dem Werber- und dem Familien-Weihnachten: Die einen springen vor Freude in die Luft, weil sie entweder gar nicht mit einem „Geschenk“ gerechnet haben oder so viele bekommen, dass sie nun heilfroh sind, großzügigerweise ein paar Mitarbeiter mitgenommen zu haben, weil sie die vielen Auszeichnungen alleine gar nicht ins Hotel befördern könnten. Die anderen, die komplett leer ausgehen oder aber mehr „Geschenke“ erwartet haben, als sie tatsächlich bekommen, versuchen gute Miene zum aus ihrer Sicht bösen Spiel zu machen oder suchen sich gleichermaßen Enttäuschte, um sich gegenseitig darin zu bestärken, dass die Jury ja mal wieder völlig ahnungslos gewesen sei, wenn da nicht sogar was gemauschelt wurde, und dass die allermeisten der ausgezeichneten Arbeiten sowieso ziemlicher Mist seien und man eigentlich sogar froh sein könne, nicht in einer Reihe mit denen genannt zu werden.
Irgendwann am späteren Abend, möglicherweise sind aus dem Gläschen Prosecco vom frühen Abend inzwischen ein paar mehr geworden, haben sich dann - wie beim Weihnachtsfest - irgendwie dann doch wieder (fast) alle wenigstens ein bisschen lieb. Man sitzt zusammen, lässt das Jahr Revue passieren und denkt über das nach, was das neue Kreativjahr wohl bringen wird. Man hat da ja gerade ein ganz neues Projekt am Start, wenn das kein Award wird ...
Die „Pharma Relations“-Redaktion wünscht allen eine schöne „Bescherung“ oder zumindest ein fröhliches „Familien“fest! <<
Ihr
Wolfgang Dame




