Familienzusammenführung
Noch Ende letzten Jahres sah es schlecht aus für med-online, apo-online und dent-online. Nach dem Aus des MD-Verlags wurde deren Berliner Redaktion komplett aufgelöst. Doch mit dem neuen Jahr kam nun auch wieder neues Glück: Die drei Titel wurden in das Portfolio der Bertelsmann-Tochter Urban & Vogel Medien und Medizin Verlagsgesellschaft eingegliedert. Das ist denn auch nur eine konsequente Familienzusammenführung, denn zwischen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (der der MD-Verlag gehörte) und BertelsmannSpringer Medizin Online gibt es seit der 23-prozentigen Beteiligung der DGN Service GmbH (ebenfalls eine Tochter der Apo-Bank) an BSMO enge Kooperationen. Diese haben neben der Übernahme und Betreuung der Print-Titel beispielsweise auch zu einer Integration des Laienportals Yavivo in die BSMO-Angebote von www.lifeline.de geführt. „Wir haben uns gefreut, die Titel zu bekommen,“ erzählt Friederike Klein, die den U&V-Verlagsbereich für Facharzt- und Pflegeberufszeitschriften leitet. „Die Zeitschriften haben einige USPs, die sich sehr gut weiterentwickeln lassen.“ Die Konzepte der Titel wurden an mehreren Stellen verbessert, tiefgreifende Änderungen nimmt Urban & Vogel aber nicht vor. Einzig das Flagschiff med-online, das sechs mal jährlich in einer Auflage von neunzigtausend Exemplaren erscheint (ehemals waren es 60.000), wird zunächst seine Eigenständigkeit verlieren und als Beilage in verschiedenen anderen etablierten U&V-Fachzeitschriften beigelegt. „Dadurch können wir den Lesern unserer Zeitschriften besondere Zusatzinformationen anbieten,“ so Klein. „Darüber hinaus lässt sich über eine solche Strategie der Markt besser erschließen.“ Apo-online und dent-online allerdings bleiben vorerst eigenständige Auftritte. Die redaktionelle Struktur wird auf die jeweiligen Spezifika der Leserschaft ausgerichtet und analog für alle Titel in vier Bereiche aufgeteilt. Im Bereich „Internet“ werden mit dem bewährten Konzept der strukturierten Bewertung Portale und Homepages getestet. Durch die detaillierte Darstellung soll der Leser über aktuelle Internet-Auftritte informiert werden. Der zweite Bereich „Computer“ widmet sich Hard- und Software. „Wir versuchen, dem Arzt als normalen User für den Umgang mit Computern als Arbeitsmittel noch mehr Praxis-Nutzen zu bieten,“ verdeutlicht Friederike Klein das Konzept. So sollen unter anderem step-by-step-Anleitungen für eine bessere Orientierung und Arbeitserleichterung bei Hard- und Software führen. „PraxisPlus“, der dritte Bereich, geht auf den Arzt als Unternehmer ein und veranschaulicht Themenfelder der Wirtschaft und gibt Tipps für Praxis-Management, Finanz-Planung oder auch Verwaltungssysteme. Von Unterhaltungswert ist abschließend die Rubrik „Trends“ die den Blick in die Zukunft von E-Health und High-Tech-Medizin wirft. Die Vorgabe ist für Friederike Klein klar. „Wir wissen, dass Teile der Ärzte zwar mit dem Internet arbeiten, dafür aber sehr wenig Zeit investieren können. Insgesamt werden wir darum die Sachverhalte so aufbereiten, dass sie schnell und unkompliziert erfassbar sind und eine Orientierung im Informationsdschungel geben.“ Darum wird noch deutlicher auf unmittelbare Anwendungen für die Praxisführung und alltägliche Arbeit eingegangen. Entsprechend wurde den bestehenden Namen der Zeitschriften jeweils eine zielgruppenbezogene Subline zugefügt, die die Magazine als „Magazin für Computer und Internet“ ausweisen. Wie man den eigenen Ansprüchen und den Anforderungen der Leserschaft gerecht werden kann, wird sich erst auf lange Sicht zeigen. Die ohnehin langen Erscheinungsintervalle — apo-online kommt nach wie vor vier mal jährlich — wurde im Fall der dent-online noch einmal gestreckt, so dass das Magazin nur zwei mal jährlich in die Praxen kommt.
März 2002, Nr. 3




