Ein Coup zur rechten Zeit
Verlagsleiter Peter Brunner ist ob dieses bemerkenswerten Coups auch höchst zufrieden. Bietet er doch damit seinen Anzeigenkunden auf einen Schlag eine beachtliche Steigerung der Reichweite, die für die „Gesundheitszeitung" schon bisher recht zufriedenstellend war. Die Anzeigenkunden, so Brunner, hätten bisher erwartungsgemäß positiv reagiert. „Wir sind zuversichtlich", sagt er, „dass die Geschäftsausweitung auf Kunden- wie auf Verlagsseite ein Erfolg werden wird." Für den Verlag spricht, dass Sondierungsgespräche mit Anzeigenkunden „auf ein lebhaftes Interesse" gestoßen sind.
Die neue Initiative kommt zur rechten Zeit. Durch die ab nächstem Jahr geltenden neuen Marktbedingungen für OTC-Produkte (weitgehender Wegfall der Verschreibungs- und Erstattungsfähigkeit) braucht die Industrie mehr Marketingmöglichkeiten zur Bewerbung ihrer Produkte. Das „schreit nach größerem Informationsbedarf. Die Industrie muss noch dichter an den Verbraucher heran", bringt Peter Brunner die neue Situation auf den Punkt. Um diese neue Möglichkeit der Endverbraucher-Ansprache zu nutzen, muss der Anzeigenkunde aber eine durchschnittliche Verdopplung der Anzeigenpreise in Kauf nehmen. „Trotzdem liegen wir mit dem Tausender-Auflage-Preis jetzt so günstig wie kein Wettbewerber", betont Verlagsleiter Peter Brunner.
Der Verlag, der auch die „Ärztliche Praxis" herausgibt, wird die Lesemappen monatlich mit 220.000 Zusatzexemplaren bedienen. Allerdings kann die „Gesundheitszeitung", bedingt durch das typische Zeitungsformat, nicht, wie beim Lesezirkel üblich, einer ausgewählten Träger-Zeitschrift beigelegt bzw. beigeheftet werden. Die „Gesundheitszeitung" wird deswegen „lose" lediglich den Erst-Beziehermappen beigefügt. Damit gelingt es nicht, die vom Verband Deutscher Lesezirkel ausgewiesene Reichweite von bundesweit über elf Millionen Kontakte zu erreichen. Diese hohe Reichweite ist nur dann realistisch, wenn eine Mappe, wie üblich, bis zu sechs Wochen im Umlauf ist. Aber, so gibt sich Beate Stahl, Geschäftsführerin der Becker + Stahl GmbH (Saarbrücken), mit der die Kooperation abgewickelt wird, zuversichtlich, viele private Erst-Leser gäben alle ausgehändigten Print-Objekte an das Lesezirkel-Unternehmen zurück.
Bemerkenswert auch die Umstände des Zustandekommens dieser Kooperation: Peter Brunner berichtet, dass er sich mit der Münchener Media-Agentur MW Office im Sommer über zusätzliche Vermarktungsalternativen unterhalten habe. Dabei sei das Medium Lesezirkel ins Gespräch gebracht worden, zumal die Saarbrücker Lesezirkel-Agentur zu diesem Zeitpunkt selbst über einen Weg nachdachte, Lesezirkelmappen mit einem eigenen Printobjekt zum Thema Gesundheit auszustatten. Kein Wunder, dass die Gespräche zwischen München und Saarbrücken nur zwei Monate dauerten, bis alles unter Dach und Fach war.
November 2003, Ausgabe Nr. 11




