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Langsames Tempo bei der Digitalisierung der Krankenhäuser

23.09.2016 15:55
Entwicklung im Schneckentempo: Nach wie vor verfügt erst jedes vierte Krankenhaus in Deutschland über eine Digital-Strategie. Immerhin: Der Anteil der Kliniken, die sich mit digitalen Einzelprojekten auf den Weg zur „Medizin 4.0" gemacht haben, ist binnen eines Jahres um 10 Prozent auf 56 Prozent gestiegen. Das sind Ergebnisse der bereits zum zweiten Mal durchgeführten Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft 2016", für die im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting 380 Führungskräfte im Mai und Juni an deutschen Krankenhäusern befragt wurden.

„Die Krankenhäuser müssen aufpassen, dass ihnen neue Gesundheitsdienstleister nicht den Rang ablaufen. Wer jetzt nicht in Richtung Medizin 4.0 aufbricht, läuft Gefahr den Anschluss zu verlieren", mahnt Prof. Heinz Lohmann, wissenschaftlicher Begleiter der Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft" und Präsident des 12. Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg

Während in vielen Operationssälen digitale Helfer bereits selbstverständlich zum Einsatz kämen, seien in der Pflege digitale Helfer wie beispielsweise unterstützende Roboter noch Zukunftsmusik. „Es wird einige Jahre dauern, bis wir in Deutschland von einer flächendeckenden Digitalisierung der Kliniken sprechen können. Dieser Prozess schreitet nur allmählich voran", sagt Dr. Peter Windeck, Studienleiter und Geschäftsführer von Rochus Mummert Healthcare Consulting. „Die Zunahme digitaler Einzelprojekte zeigt uns aber, dass sich die Gesundheitswirtschaft in die richtige Richtung bewegt."

Zwar besitzen laut Studie erst 26 Prozent der Krankenhäuser eine unternehmensübergreifende digitale Strategie aber der Anteil der Kliniken mit digitalen Einzelprojekten, die im Alltag bereits funktionieren, ist binnen eines Jahres um 10 Prozent auf insgesamt 56 Prozent gestiegen. Umgekehrt haben sich nur fünf Prozent der Einrichtungen bislang noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt, nach acht Prozent im Vorjahr. Krankenhaus-Experte Windeck: „Schon heute beobachten wir, dass die medizinischen und kaufmännischen Führungskräfte die Digitalisierung voranbringen, statt ihren Kollegen aus der IT das Feld zu überlassen. Und je mehr digitale Projekte den Klinikbetrieb erleichtern, desto motivierter wird jeder Einzelne sein, sich als Treiber einzubringen."

Aus Sicht der befragten Klinik-Manager eignet sich neben der Verwaltung (84 Prozent Zustimmung) vor allem die Diagnostik (75 Prozent Zustimmung) für Digitalisierung und Automatisierung. An dritter Stelle sehen die Krankenhaus-Führungskräfte die stationäre Versorgung (57 Prozent).

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