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Telemedizin stößt bei Patienten auf gemischte Gefühle

19.02.2013 11:52
Kommt der Hausarzt demnächst via Webcam auf Visite? Bald könnte dies Realität sein: Im Rahmen des Versorgungsgesetzes will der Gemeinsame Bundesausschuss demnächst einen Leistungskatalog für Telemedizin vorlegen. Bei den Verbrauchern stoßen solche Pläne Vorstöße allerdings auf gemischte Gefühlen, wie eine Umfrage der Kommunikationsberatung MSL Germany aufzeigt.

Gerade in bevölkerungsarmen und strukturschwachen Gebieten könnten Online-Sprechstunden die medizinische Versorgung sichern. Aber auch andere Einsatzgebiete sind in greifbarer Nähe: So testet das Fraunhofer Institut zurzeit ein interaktives Reha-Training, via Webcam kontrolliert dabei der Therapeut in der Klinik die Fortschritte des Patienten. Die Verbraucher wünschen zwar zunehmend Online-Services von den Ärzten, die Mehrheit möchte aber nicht auf den Besuch in der Praxis verzichten.

Nur 8 Prozent der Befragten haben bereits einen Termin beim Arzt über das Internet vereinbart. Von den anderen würden immerhin 41 Prozent dieses Online-Tool nutzen, sofern ihr Arzt ein solches anböte. Am ehesten würde die Altersgruppe zwischen 30 und 39 Termine via Internet ausmachen – also just jene, die beruflich am stärksten eingespannt sind und mehr Flexibilität in puncto Arzttermine besonders begrüßen.

Auf der anderen Seite zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass die wenigsten auf den realen Besuch beim Arzt verzichten möchten. Nur jeder Vierte glaubt, dass auch in Zukunft physische Arztbesuche – außer in akuten Fällen – nicht mehr zwingend notwendig sein werden. Hier könnte sich in Zukunft das Meinungsbild verändern: Bei den 18- bis 29-Jährigen, also denjenigen, die mit dem Internet groß geworden sind, ist nur noch jeder Dritte dieser Meinung. Auch für die Häufigkeit des Arztbesuches spielt das Internet – noch – eine untergeordnete Rolle: Nur 28 Prozent aller Befragten würden häufiger einen Arzt konsultieren, wenn sie dies von zu Hause über das Internet tun könnten. Der Anteil bei den sogenannten „Digital Natives“ zwischen 18 und 29 Jahren liegt hier bei 36 Prozent. Ein erster Hinweis darauf, dass die Vorbehalte gegen telemedizinische Dienste in der Bevölkerung künftig schrumpfen könnten.

„Ärzte werden sich auf Dauer den Wünschen der Patienten nach mehr Online-Services nicht verschließen können“, sagt Wigan Salazar, CEO MSLGROUP Germany. „Der Einsatz von Telemedizin setzt jedoch Fingerspitzengefühl voraus: Die Daten unserer Studie machen deutlich, dass die Patienten großen Wert auf den persönlichen Kontakt zu ihrem Arzt legen.“

Für die MSL-Gesundheitsstudie 2012 befragte das Marktforschungsinstitut SKOPOS 1.001 Personen im Rahmen eines repräsentativen Online-Panels zu ihrem Informationsverhalten über das Thema Gesundheit. Die Ergebnisse wurden im November 2012 unter dem Titel „Wie Social ist das Gesundheits-Web?“ veröffentlicht.

Die MSL-Gesundheitsstudie 2012 steht auf SlideShare zum Download bereit.

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