Selbstkaufen und zum Arzt gehen
Eine hoch zufriedene Gesellschaft
Insgesamt zeigt sich eine verbal mit ihrer robusten Gesundheit und deren Randbedingungen hoch zufriedene Gesellschaft, deren Prophylaxe durch gesunden Lebenswandel jedoch vielfach eher Absichtserklärung bleibt und die zur Hälfte meint, mehr für ihre Gesundheit tun zu müssen. Informationen zum Thema sind von hohem und zunehmendem Interesse. Verfügbare Informationsquellen werden eifrig genutzt - an der Spitze Arzt und Apotheke. Auch die Werbung spielt laut „Bild“-Studie eine wichtige Rolle. Versehen mit diesen Informationen möchte man überwiegend selbst entscheiden, was für die eigene Gesundheit angemessen ist. So votiert jeder Zweite - als Alternative oder zumindest als Vorstufe zum Arztbesuch - für die Selbstmedikation. Das OTC-Präparat - überwiegend gekauft in der sehr geschätzten Apotheke - steht hinsichtlich seiner Wirksamkeit hoch im Kurs.Der Arzt ist und bleibt der vertrauenswürdigste Berater
Der Arzt ist und bleibt der vertrauenswürdigste Berater und Gesprächspartner. Daran hat auch die - von den befragten Deutschen in ihren Kostendämpfungs-Maßnahmen überwiegend für wenig sinnvoll erachtete - Gesundheitsreform nichts geändert. Die Kommunikation der Regierung stimmt nicht: Nur jeder Dritte ist darüber ausreichend informiert, ebenso viele waren von deren Auswirkungen im Hinblick auf verschreibungs-pflichtige Medikamente bislang betroffen. Erscheinen vordergründig Frauen und Ältere wegen stärkerer Gesund-heitsorientierung und höherer Be-schwerdehäufigkeit grundsätzlich als Haupt-Zielgruppen für OTC-Präparate, sollte man berücksichtigen, dass gerade hier Arzt und Verschreibung das Mittel der Wahl sind. Demgegenüber beschreiben eher „männliche“ und „jüngere“ Einstellungen den optimalen Ansprechpartner für OTC-Werbung: Hier herrscht Unlust, gesundheitliche Probleme zu thematisieren, weswegen auch der Wunsch nach sachkundiger Beratung nicht allzu ausgeprägt ist.Informationen „en passant“
Die geringe Neigung zu aktiver Informationstätigkeit bedingt, dass man auf Informationen angewiesen ist, die eher „en passant“ aufgenommen werden können. Anzeigen in Printtiteln und TV-Spots sind annähernd gleich als Informationsträger angesehen, was Verständlichkeit und Seriösität (ein leichtes Plus für Print), aber auch Glaubwürdigkeit und Nützlichkeit angeht.
Oktober 2001, Nr. 1




