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Editorial

Mit der Zeit gehen

>> Die Erkenntnis, dass es ohne eine weitreichende Digitalisierung in Zukunft nicht gehen wird, ist im Apothekenmarkt angekommen. Die Konkurrenz der großen Versandapotheken und von neuen Playern wie Amazon sowie die zwei Jahre Pandemie führen den stationären, inhabergeführten Apotheken vor Augen, dass eine starke Präsenz im virtuellen Raum unverzichtbar geworden ist. Wobei die Apotheken keineswegs „digitale Rookies“ seien, wie Vanessa Tscholl von der Linda AG sagt, denn im Backoffice und im B2B-Bereich sind diese längst sehr digital unterwegs. Ausbaufähig im digitalen Raum ist aber, da sind sich die von uns befragten Expert:innen einig, die Kommunikation mit den Endverbraucher:innen. „Um den individuellen Charakter der Vor-Ort-Apotheke auch digital erlebbar zu machen, müssen die eigenen Leistungen und die Expertise online abgebildet werden“, meint deshalb Oliver Prönnecke von Pharma Privat Wave. Die Apotheken sind dabei nicht alleine – eine Vielzahl an Initiativen und Unternehmen bietet dabei Unterstützung.

Mit der Zeit – allerdings in anderer Weise – geht auch der Springer Medizin Verlag, indem er 21 seiner medizinischen Fachzeitschriften umbenennt. Die alten Namen – zum Beispiel „Der Chirurg“, „Der Radiologe“ oder „Der Gynäkologe“ –haben ausgedient und werden durch die jeweiligen geschlechtsneutralen Namen der Fachgebiete ersetzt. Bei der Frage, ob Frauen (oder andere Geschlechter) bei männlichen Berufsbezeichnungen heutzutage noch „mitgemeint“ seien, wird bei Springer klar beantwortet: „Wenn eine männliche Berufsbezeichnung von vielen nicht als ‚generisch‘ wahrgenommen wird, sollte sie auch nicht mehr als Titel einer Zeitschrift dienen. Unsere Fachzeitschriften richten sich an ein medizinisches Fachpublikum – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft oder sonstigen Kriterien jenseits der Qualifikation.“

Eine internationale Vorreiterrolle in Sachen Digitalisierung nimmt Deutschland bei Gesundheitsanwendungen ein. Deutschland ist weltweit das erste Land, in dem – bei entsprechender Listung durch das BfArM – die Kosten für die „digitalen Helfer“ durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen werden. Der DiGA-Report der Techniker Krankenkasse (TK) und der Universität Bielefeld hat nun untersucht, wie die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) im Gesundheitssystem angekommen sind und kommt zu einem kritischen Fazit: Neben der Tatsache, dass bisher lediglich vier Prozent aller Ärzt:innen Rezepte für DiGA ausgestellt hätten, werden vor allem die Preisbildung und der Nutzen hinterfragt. „Damit DiGA sich erfolgreich dauerhaft im Gesundheitssystem etablieren können, brauchen wir faire Preise. Es muss eine Verhältnismäßigkeit geben zwischen den Kosten für DiGA und den Kosten für analoge Arztbehandlungen“, sagt der TK Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas. Im Moment kosteten DiGA teilweise mehr als analoge Therapien – und das, obwohl ein Nutzennachweis für das erste Jahr noch ausstehe. <<

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre,

Ihr
Wolfgang Dame