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Ideen erlebbar machen

05.08.2019 13:05
Ausgelöst durch die digitale Transformation praktizieren immer mehr Unternehmen und Institutionen agile Methoden – sehr häufig wird dabei die des Design Thinking genannt. Viele dürften schon mal gehört oder gelesen haben, wie ein solcher Prozess abläuft – aber eben nur theoretisch. In einem Workshop bot das Unternehmen ysura, Anbieter von CRM-Lösungen für Pharmavertrieb und -marketing, interessierten Mitarbeitern von Kunden und Partnern die Möglichkeit, mal am eigenen Leib zu erfahren, wie ein Design-Thinking-Prozess in der Praxis abläuft.

>> Ganz ohne Grundlagen kann man sich allerdings auch nicht in einen solchen Prozess stürzen, weshalb sich Hector Baide, beim Gastgeber ysura für den Bereich User Experience verantwortlich, zunächst darum kümmerte, den rund 15 Workshop-Teilnehmern zu erklären, welchen Sinn es überhaupt hat, nach einer agilen Methode wie dem Design Thinking zu arbeiten. Darauf aufbauend sollte er den Teilnehmern dann eine konkrete Aufgabe stellen – schließlich sollen und wollen die Teilnehmer eines Workshops ja nicht nur „berieselt“ werden, sondern auch selbst etwas tun.

Der entscheidende Vorteil des Design Thinking im Vergleich zu herkömmlichen Methoden besteht für Hector Baide darin, dass es ein Prozess ist, der es möglich macht, Probleme auf kreative Art und Weise zu lösen. Dieser Prozesss lässt sich grob in vier Phasen unterteilen: Zunächst geht es darum, eine Fragestellung oder ein Problem zunächst einmal überhaupt zu verstehen, dann das Ziel zu definieren und Ideen zu entwickeln, aus denen ein Prototyp werden kann. Dieser wird dann bei der Zielgruppe getestet, und deren Feedback fließt in die Optimierung des Prototypen ein.

Letzteres ist wohl auch der entscheidende Unterschied zu traditionellen Methoden: Man entwickelt ein Produkt oder einen Service eben nicht bis zu Ende und schaut dann, ob es oder er das Zeug dazu hat, im Markt bestehen zu können, sondern das Ziel ist, möglichst schnell zu einem Prototypen zu kommen, der zwar in der Regel noch nicht perfekt ist, aber dann nach und nach in Hinblick auf die Bedürfnisse der Zielgruppe immer weiter optimiert werden kann.

Womit im Grunde auch schon gesagt ist, dass ein enorm wichtiges – wenn nicht das wichtigste – Prinzip des Design Thinking darin besteht, dass immer der Mensch im Zentrum steht. Wobei der Mensch der Kunde sein kann, für den man ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickeln will, aber genauso der Mitarbeiter/Kollege, wenn es beispielsweise um eine Verbesserung von unternehmensinternen Abläufen geht.

Gleichzeitig beinhaltet der Prozess immer ein erhebliches Maß an Unsicherheit, denn es ist ja eben gerade nicht vorgegeben, was am Ende herauskommen soll. Zudem geht man beim Design Thinking vom Grundsatz „All design is redesign“ aus, was nichts anderes bedeutet, als dass man nicht jedes Mal das Rad neu erfinden muss, sondern dass es zu jeder Fragestellung und zu jedem Problem bereits etwas Existierendes gibt, auf das man aufbauen kann. Schließlich kommt es darauf an, dass die am Prozess Beteiligten ihre Ideen leicht verständlich visualisieren und auf diese Weise verständlich und erfahrbar machen.

Für den UX-Experten Baide liegen die Vorteile dieser Form der Zusammenarbeit auf der Hand: „Organisationen lernen schneller, das Risiko, welches neue Ideen immer in sich tragen, wird reduziert, und man kommt zu Lösungen, die wirklich innovativ und nicht bloß inkrementell sind.“

„Design Thinking“ ist aber eigentlich ein Oberbegriff und es gibt je nach Fragestellung unterschiedliche Formen, wie diese Methode praktiziert werden kann. Im ysura-Workshop stand bei der praktischen Übung der sogenannte „Design Sprint“ im Mittelpunkt, der 2013 von Google Ventures entwickelt wurde. Für Hector Baide ist diese Methode vor allem dann geeignet, wenn die eigenen Ziele unklar sind, die beteiligten Teams keine gemeinsame Linie haben und man über keine realen Daten verfügt, auf deren Basis man einen Konsens erzielen könnte, sondern endlose Diskussionen drohen.

Ein solcher Design Sprint könnte beispielsweise vier Tage umfassen:
Tag 1: Definition der Fragestellung und Entwicklung einer großen Zahl von Ideen und Lösungsvorschlägen.
Tag 2: Visualisierung der besten Ideen und Abstimmung darüber, an welcher weitergearbeitet werden soll. Definition des Prototyps mithilfe eines Storyboards.
Tag 3: Design und „Bau“ des Prototyps. Rekrutierung von Usern und Planung der Tests.
Tag 4: Test des Prototyps mit 5 echten Usern. Das Feedback der User wird dazu verwendet, die nächsten Schritte festzulegen.

Da natürlich selbst ein solcher Sprint zu umfangreich für einen eintägigen Workshop wäre – und die Tage 3 und 4 nach den Worten des UX-Experten in der Regel sowieso von einem Team aus Designern absolviert würden – wurden auf der ysura-Veranstaltung nur die beiden ersten Tage in komprimierter Form absolviert, um den Teilnehmern deutlich zu machen, wie man beim Sprint aus den Startlöchern kommt (einen wesentlich umfangreicheren und realitätsnäheren Einblick ins Design Thinking bietet ysura im Herbst 2019; siehe Kasten rechts).

Für die Übung gab Hector Baide als Langzeitziel vor, dass die Adhärenz von Patienten mit Multimedikation verbessert werden soll und gab den drei Teams die folgenden Fragen mit auf den Weg: Werden Patienten die Einnahmehinweise verstehen? Können sie zu einer besseren Adhärenz motiviert werden? Kann die Art der Auslieferung der Medikamente zu einer besseren Adhärenz führen? Die letzte inhaltliche Vorgabe bestand schließlich darin, nicht etwa beim Patienten selbst oder beim Arzt anzusetzen, sondern sich ausschließlich auf die Möglichkeiten des Apothekers zu konzentrieren.

Dann ging es los, indem jeder Teilnehmer aufgefordert war, in einem sehr begrenzten zeitlichen Rahmen möglichst viele Ideen zu entwickeln und diese dann, ebenfalls unter stenger zeitlicher Vorgabe, immer weiter auszuarbeiten, zu verfeinern und schließlich so zu visualisieren, dass weitere Erklärungen unnötig sind. Dieser ganze Prozess folgte dem Prinzip „Working alone together“: Jeder entwickelt seine Ideen für sich alleine und wählt dann die beste aus – schließlich hängt von jedem Teammitglied eine Idee an einem Board, ohne dass zu erkennen ist, welche Idee von wem ist und ohne dass dazu weitere Erklärungen abgegeben werden. Der Grund dafür: „Sonst setzen sich immer die Ideen der Lautesten oder die der in der Hierarchie am höchsten stehenden durch“, so Baide.

Mittels Voting wurden dann zum Abschluss in jeder Gruppe die beiden favorisierten Ideen ermittelt, zwischen denen ein erneutes Voting stattfand – hier musste nun jeder seine Wahl begründen. Schließlich legte der „Entscheider“, im realen Leben vielleicht der Marketingverantwortliche, fest, welche Idee die wäre, auf deren Basis ein Prototyp gefertigt und getestet werden soll.

Dem Engagement der Teilnehmer war deutlich anzumerken, wie viel Spaß es ihnen machte, in die – den meisten bis dahin noch unbekannte – Welt des Design Thinking einzutauchen. Eine der Teilnehmerinnen, Dr. Stefanie Kaufmann, fand es zudem „besonders gewinnbringend, dass Teilnehmer aus verschiedenen Pharma-Unternehmen und unterschiedlichsten Funktionen zusammengearbeitet haben“. <<

Design Thinking Seminar
Im Herbst 2019 bietet ysura ein zweitägiges Seminar zum Thema Design Thinking an. In der ersten Einheit am 9. Oktober 2019 erwartet die Teilnehmer folgende Inhalte:
Design-Thinking-Prinzipien und welche Probleme mit diesen Methoden gelöst werden können
Probleme erkennen und definieren
Methode und Übung: Lightning Decision Jam
Ergebnis: Ein gut definiertes Problem, das in der Organisation der Teilnehmer gelöst und getestet werden kann.
Während der Projektphase:
30 Minuten Coaching (mehr auf Anfrage)

Am zweiten Seminartag, dem 27. November 2019, stellen die Teilnehmer ihre Ergebnisse vor.
Inhalte:
Projektrückblick
Quick-start Guide und Checkliste für Gruppenmoderation
Einführung in andere Design-Thinking-Methoden
Zusammenfassung und Diskussion
Ergebnis: Eine Analyse des in der Organisation durchgeführten Projekts und weitere Methoden zur Anwendung im Arbeitsalltag

Beide Seminartage finden in München statt. Die Teilnahme ist kostenpflichtig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung unter: www.ysura.com/events

Ausgabe 08 / 2019

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