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Der Preis spielt keine große Rolle

12.02.2015 14:28
Laut DAK- und TK-Gesundheitsreport 2014 wird rund die Hälfte der 25- bis 39-Jährigen einmal pro Jahr wegen einer Erkältungskrankheit behandelt. Die rezeptfrei erhältlichen Kombinationspräparate, die dafür üblicherweise eingesetzt werden, machen dementsprechend einen wichtigen Teil des Gesamtumsatzes deutscher Apotheken aus. Welches der gängigen Erkältungsmittel über den HV-Tisch wandert, ist – anders als man meinen könnte – nicht vom Preis abhängig, so das Ergebnis einer Untersuchung der Münchener Consline AG. Von November 2013 bis Oktober 2014 haben die Experten für Web- und Social-Media-Monitoring Meinungsäußerungen zu Erkältungsprodukten in sämtlichen Internetquellen gesammelt und analysiert. Nur knapp ein Prozent der Beiträge befasste sich mit der Preisgestaltung, alle anderen mit der Wirkung und den Erfahrungen der Nutzer.

>> Auf der Suche nach einem geeigneten Medikament informieren sich Patienten immer häufiger im Internet und tauschen sich insbesondere in Gesundheitsforen mit anderen Nutzern über die Wirksamkeit der Präparate aus. Mit jeweils knapp 900 Kommentaren waren „Sinupret“ (Bionorica) und „Aspirin Complex“ (Bayer) noch vor „Grippostad C“ (Stada Arzneimittel), „Wick MediNait“ (Procter & Gamble) und „GeloMyrtol“ (G.Pohl-Boskam) die meistdiskutierten der 78 untersuchten Produkte.

Gemessen an der Gesamtzahl der Erwähnungen wurden „Sinupret“ mit rund 11 Prozent und „GeloMyrtol“ mit etwa 10 Prozent am häufigsten von den Anwendern weiterempfohlen, wobei speziell bei „Sinupret“ häufig berichtet wurde, dass der behandelnde Arzt zu diesem Mittel geraten habe.

Untersucht wurde der gesamte von Usern generierte Content in deutschen Online-Quellen, wobei Foren (reine Gesundheitsforen und Foren, in denen es Untergruppen zu Gesundheitsthemen gibt) mit 61 Prozent der Beiträge die meistverwendete Kommunikationsplattform waren. Facebook folgt mit 21 und Twitter mit 11 Prozent der Beiträge. Blogs sind mit nur vier Prozent eher als Randphänomen zu betrachten.

Ein auffälliges Ergebnis der Consline-Studie ist, dass der Anteil der Beiträge über die beiden Spitzenreiter „Sinupret“ und „GeloMyrtol“ in den Foren mit rund 80 Prozent deutlich über dem Durchschnitt lag. „Aspirin Complex“ und „Wick MediNait“ hingegen – „beides Medikamente, die aus der Werbung bekannt sind und sich auf eine etablierte Marke berufen können“, so Studienleiterin Kornelia Huber – wurden häufiger auf Facebook (25 bzw. 44 Prozent) und Twitter (33 bzw. 14 Prozent) erwähnt. „Das deutet unserer Erfahrung nach auf eine verkürzte und eher oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Produkt hin“, sagt Huber. Dass die Preis-Diskussion im Web nur 0,9 Prozent aller Beiträge ausmacht, lasse zudem darauf schließen, dass der Preis bei der Produktwahl keine große Rolle spiele, sondern dass die Anwender bereit seien, für ihre Gesundheit Geld auszugeben.

Kundenmeinungen in Echtzeit erfassen

Da das Internet als Informationsquelle für Kaufentscheidungen – auch in Gesundheitsfragen – immer wichtiger wird, ist die webbasierte Marktforschung für Hersteller und Apotheken von erheblichem Interesse, um die Situation analysieren und Entscheidungen absichern zu können. Die Möglichkeit, die im Internet veröffentlichten Meinungen in Echtzeit erfassen und auswerten zu können, berge großes Potenzial für die Optimierung von Produkten, Services und Marketingmaßnahmen, ist Dr. Heinz van Deelen, Vorstand der Consline AG, überzeugt. „Angesichts der Datenfülle und der Millionen von Internetnutzern können über ein Web-Monitoring, das systematisch alle Quellen und alle Formate – das heißt nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Videos und Audiobeiträge – auf neue, relevante Inhalte hin durchsucht, wesentliche Erkenntnisse gewonnen und für gezielte Management-entscheidungen nutzbar gemacht werden“, so van Deelen.

Mit Hilfe einer von Consline entwickelten softwaregestützten Methode können die Inhalte nahezu in Echtzeit erfasst, in einem neuen Format strukturiert und gegebenenfalls in die Anwendersprache übersetzt sowie statistisch codiert werden. Essenziell ist dabei die Zerlegung der Inhalte einzelner Aussagen, um eine adäquate Interpretation gewährleisten zu können. Auch international ist die Methode einsetzbar, da weltweit muttersprachliche Spezialisten eingesetzt werden, die die Feinheiten der Tonalität kennen und in der Lage sind, die Statements entsprechend einzuordnen.

Auf diese Weise könnten nicht nur Stärken und Schwächen im Wettbewerbsvergleich erkannt, sondern auch Ursache-Wirkungsbeziehungen analysiert und der Nutzen beziehungsweise die Bekanntheit von Unternehmensaktivitäten und -botschaften gemessen werden, sagt van Deelen. Nicht zuletzt stelle das Web-Monitoring im Gegensatz zur klassischen Marktforschung auch ein hilfreiches Werkzeug zur Früherkennung kritischer Ereignisse dar.

Die Vorteile des Web-Monitoring liegen für van Deelen auf der Hand: „Wir arbeiten mit einem 360°-Radar, so dass wirklich alle Beiträge erfasst werden. Das Ergebnis ist nicht nur umfassender und steht schneller zur Verfügung, es ist auch unverfälscht, da sich die Nutzer freiwillig äußern.“ <<

Abbildungen: Consline AG

Die Consline AG ist ein auf Web- und Social-Media-Monitoring spezialisiertes Research- und Beratungsunternehmen, das Monitoring, Analysen und Strategieentwicklung zu Full-Service-Leistungen im gesamten Bereich „Corporate Intelligence“ verbindet. Das Consline Intelligence Management System (CIMS) führt alle Informationen, die z.B. für Produktentwicklung, Unternehmensplanung, Marketing, Vertrieb und After Sales relevant sind, in einer Cockpit-Lösung zusammen. Als flexible Multi-Client-Plattform, die in allen Sprachen und für alle Medien genutzt werden kann, ist das System in der Lage, auch international tätige Mehrmarkenkonzerne abzubilden und Auswertungen einzelner Marken sowie Ländervergleiche zu liefern.

Ausgabe 02 / 2015

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