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Politisches Marketing: Gewusst wie!

26.11.2010 15:55
MedTalk März 2011

Lobbying ist in Deutschland noch immer negativ besetzt – ganz im Gegensatz zu den USA. Dabei kann Lobbyismus im Sinne von „politischem Marketing“ die Qualität politischer Entscheidungen stärken, wenn Editorial_Schmidt.jpgVerbands- und Unternehmensexperten Fachwissen offen und transparent kommunizieren. Gerade die Unternehmen der komplexen Gesundheitswirtschaft und der Medizintechnologien mit ihren besonderen Branchengegebenheiten haben hier Nachholbedarf an professioneller politischer Kommunikationsarbeit.
Meine Definition von Lobbyismus lautet: die konkrete Vermittlung von essentiellen Besonderheiten einer Branche zur sachgerechten Einbindung in das Gesamtinteresse der Politik.
Lobbying muss als „Networking“ und „Informationsmakler“ verstanden werden – in Abgrenzung zu Beeinflussung und Manipulation. Wer nur Partikularinteressen vertritt, ohne das Gesamtwohl im Blick zu haben, der wird wenig Erfolg haben.
Erfolgreiches politisches Marketing braucht ein spezielles Netzwerk, an das Informationen zielgerichtet vermittelt werden: verständlich, transparent, aufrichtig und nachprüfbar. Dabei sollten Verbündete gesucht und die Medien über professionelle Kommunikationsarbeit einbezogen werden. Brancheneigene Wünsche müssen in das Gesamtinteresse eingebaut werden. Alle müssen mehr über die Notwendigkeiten des Anderen wissen. Lobbying hilft dann, politische Entscheidungen zu treffen, ohne einseitig zu beeinflussen.
Ein negatives Beispiel ist die fehlende Einbeziehung der Unternehmen der Medizintechnologie in die Entscheidungsprozesse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Das Gremium nimmt sich damit selbst die Chance, die Notwendigkeiten und die Expertise des anderen Betroffenen besser kennenzulernen.
Fazit: Der kontinuierliche Dialog zwischen Politik und Interessensvertretern ist notwendig, um mehr Kenntnisse über die jeweilige Realität des anderen zu erhalten. Für die Unternehmen der Medizintechnologie ist eine professionelle politische Kommunikationsarbeit von besonderer Bedeutung, um Informationslücken zu schließen und die Besonderheiten der MedTech-Branche besser zu vermitteln. Dazu gehören eine gute Vernetzung und eine begrenzte Zahl von stimmigen, unverwechselbaren und leicht verständlichen Botschaften.

Joachim M. Schmitt
Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des BVMed, Berlin

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