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Zukunftsbranche Medizintechnologie: Auf Wachstum ausgerichtet

06.12.2010 10:00
MedTalk Dezember 2010

Die aktuelle BVMed-Umfrage vom Herbst 2010 belegt: Die Unternehmen der Medizintechnologie bleiben innovationsstark und schaffen neue Arbeitsplätze. Das Umsatzwachstum in 2010 liegt bei stabilen 5,5 Prozent.Joachim M. Scmitt 2

Die medizintechnischen Neuerungen, die Mitte November auf der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf gezeigt wurden belegen die Dynamik und Innovationsstärke der MedTech-Branche. Die wesentlichen Trends der „Medizintechnik der Zukunft“:

  • Bei der interventionellen Medizintechnik geht es beispielsweise in der Endoskopie und Laparoskopie vor allem um NOTES (Nutzung der natürlichen Körperöffnungen), die navigierte Biopsie, bildgestützte Interventionen, Roboter assistierte Interventionen oder steuerbare Multifunktions-Katheter.
  • Exemplarisch für das Neuroengineering stehen sensorische Funktionen wie Cochlear- oder Retina-Implantate, die Muskelstimulation bei Lähmungen, intelligente Prothesen, die Schlaganfall-Therapie mit computerunterstützter Neuroplastizität sowie die Neurostimulation bei Parkinson, Epilepsie oder Depression.
  • Bei der Zell- und Gewebetechnik stehen Blutgefäß-Konstrukte, mitwachsende Herzklappen, die Unterstützung respektive der Ersatz von Organen wie Niere, Leber oder Pankreas („closed loop“ mit Blutzuckermessung und Insulingabe) als Beispiel für Innovationen.
  • Bei bildgebenden Verfahren wie dem MRT geht es in Richtung quantitativer Bildgebung beziehungsweise funktionaler Darstellung, beispielsweise des Blutstroms in der Aorta oder der Nervenbahnen im Gehirn.
  • Die Telemedizin setzt für Chroniker, Alte und Pflegebedürftige auf die Überwachung des EKG, Blutdrucks, Gewichts, Blutzuckers sowie der Blutgerinnung via diagnostische Implantate - über offene Schnittstellen und Standards direkt in die elektronische Gesundheitsakte.


Wichtig für die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ist ein starker Heimatmarkt. Hierzu gehört eine Gesetzliche Krankenversicherung mit funktionierendem Wettbewerb und einer schnellen Einführung von medizinischen Innovationen. Aus Sicht der Medizintechnik benötigen wir eine gemeinsame strategische Ausrichtung von Industrie, Wissenschaft und Politik zu Innovation in der Medizintechnik. Wirtschafts-, Forschungs- und Gesundheitsministerium müssen sich stärker koordinieren und Perspektiven für Innovationen geben.

Joachim M. Schmitt
Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des BVMed, Berlin

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