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Apotheker sehen Reimporte kritisch und Kunden mögen sie nicht

23.01.2006 16:36
Jeder zweite Apotheker in Deutschland beurteilt die Reimportquote für Arzneimittel negativ. Lediglich jeder Zehnte steht der Reimportquote, die mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz 2004 mit dem Ziel eingeführt wurde, die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen zu senken, positiv gegenüber. Laut der von TNS Healthcare Ende 2005 durchgeführten Online-Befragung von insgesamt 201 Apothekenleitern in öffentlichen Apotheken hat die Reimportquote die beabsichtigte Wirkung verfehlt: Zwei Drittel der Apotheker halten eine solche Quote zur Senkung der Arzneimittelausgaben für ungeeignet. Das Einsparpotential für die Krankenkassen stufen 94 Prozent als gering oder mäßig ein.

Die Auswirkungen auf die Qualität der Patientenversorgung sind nach Aussagen der Apotheker dagegen
spürbar. Drei Viertel aller befragten Apotheker sieht die Versorgungsqualität durch die
Reimportquote zumindest in Mitleidenschaft gezogen. Hauptkritikpunkt ist mit 53 Prozent das ständig
wechselnde Erscheinungsbild der Reimport-Packungen. 31 Prozent berichten von verunsicherten Kunden.
Und 27 Prozent kritisieren die schlechte Verfügbarkeit von Reimporten.

Aus Apothekersicht sprechen die Reaktionen der Kunden eine deutliche Sprache: Drei Vierteln der
Apotheker schlägt bei der selbst initiierten Abgabe von Reimporten der Unmut ihrer Kunden entgegen.
Mit 34 Prozent sind es an erster Stelle das wechselnde Erscheinungsbild und die gestückelten
Verpackungen/Tabletten-Blister, die die Kunden verärgern und verunsichern.

Nach Aussagen von 28 Prozent der Apotheker würden Kunden den Kauf von Reimporten schlichtweg
ablehnen. Lediglich wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, zeigen sich die Kunden
verständnisvoller. Bei Präparaten, die selbst bezahlt werden müssen, ist der Kunde für einen
preislich günstigeren Reimport dankbar, sagen elf Prozent der befragten Apotheker.

Den wirtschaftlichen Schaden, der den deutschen Pharmaunternehmen durch die Abgabe von Reimporten
entstünde, stufen die befragten Apotheker als nicht unerheblich ein: 98 Prozent sagen, dass
Reimporte der deutschen Pharmaindustrie schaden würden. Ein Drittel aller Befragten schätzt den
wirtschaftlichen Schaden sogar hoch bis sehr hoch ein.

Dennoch ist der Anteil vorrätiger Reimporte am Apothekenlager verhältnismäßig hoch: Im Durchschnitt
war für ca. die Hälfte aller abgegeben Reimporte in den vergangenen drei Monaten ein Reimport am
Lager verfügbar und konnte dem Kunden bei Rezeptvorlage sofort ausgegeben werden. Wenn ein Reimport
nicht gleich vorrätig war, dann hauptsächlich aufgrund seltener Nachfrage bzw. Verordnung.
Theoretisch hätten die befragten Apotheker in den letzten drei Monaten durchschnittlich für 13
Prozent aller Rezepte von gesetzlich Krankenversicherten einen Reimport abgeben können. Im
Durchschnitt wurde für gut ein Drittel aller GKV-Rezepte, wo eine Substitution möglich war, dem
Kunden auch tatsächlich ein Reimport abgegeben. Dabei sind Spanien mit 51 Prozent und Griechenland
mit 48 Prozent die am häufigsten genannten Herkunftsländer für nach Deutschland importierte
Arzneimittel.

Studiendesign
Die Studie "Reimporte in deutschen Apotheken: Wie Apotheker die Reimportquote sehen" wurde von TNS
Healthcare im Zeitraum vom 21. November 2005 bis 01. Dezember 2005 durchgeführt. Insgesamt wurden
201 Apothekenleiter in öffentlichen Apotheken befragt. Die Befragung wurde online im Rahmen des TNS
Healthcare Apotheker-Online-Panels durchgeführt. Der Berichtsband zu dieser Untersuchung kann zum
Preis von 1.500,-- Euro zzgl. gesetzl. MwSt. bei TNS Healthcare bezogen werden.


Kontakt und weitere Informationen:
Dirk Balsmeier
Director Healthcare
TNS Healthcare GmbH
t +49 521 9257 339
f +49 521 9257 333
e dirk.balsmeier@tns-global.com
www.tns-global.com

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