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Der Außendienst wird blind

05.02.2007 11:10
Mit der eben beschlossenen Gesundheitsreform (378 Ja-Stimmen, 206 Nein-Stimmen, 8 Enthaltungen) ist es amtlich: Die Pharma-Industrie muss (vorerst) auf Arzneimittelverordnungsdaten verzichten. Sogar intensive Lobby-Anstrengungen der Datenanbieter konnte nicht verhindern, dass selbst die Aggregationsebene auf KV-Größe unverändert blieb. Was das für das Pharmamarketing heißt, ja welcher Paradigmenwechsel damit verbunden ist, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Pharma Relations.

Zum Ärgern, am besten zum (Noch)-Reagieren: Hier die Gesetzespassage zur Arzneimitel-Daten betreffenden Gesetzes-Nummer 209 (§ 305a) im Wortlaut:

„Durch die Regelung wird der Schutz der Arzneimittelverord nungsdaten verbessert. Die Aufbereitung dieser Daten in ei- ner Detailliertheit, die Verordnungen einzelner Vertragsärzte nachvollziehbar macht, durch Dritte, die hierzu nicht ausdrücklich gesetzlich befugt sind, wird datenschutzrechtlich unterbunden. Damit wird die Aufgabe des Pharmaberaters auf die eigentlichen Zwecke des Arzneimittelgesetzes zurückgeführt, nämlich die Information des Arztes. Ein schützenswertes Recht der Pharmaunternehmen, das ärztliche Verordnungsverhalten individuell zu überprüfen und zu steuern, besteht nicht, wenn dies mit dem sozialstaatlich legitimierten Ziel einer strikten Bindung der Verordnungen aus- schließlich an die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit, der Zweckmäßigkeit und der medizinischen Notwendigkeit kollidiert. Es wird gewährleistet, dass die arztbezogene Steuerung der ärztlichen Verordnungsweise ausschließlich durch die Partner der Selbstverwaltung erfolgt.
Die Regelung bezieht neben den Vertragsärzten, den an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten und Einrichtungen auch die Datenübermittlung durch Apotheken und den Großhandel ein, soweit es sich um Arzneimittel han- delt, die in der gesetzlichen Krankenversicherung verord- nungsfähig sind und bei denen davon auszugehen ist, dass sie in überwiegendem Umfang zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben werden.
Durch die Aggregation der Daten für die Region einer Kassenärztlichen Vereinigung wird ein Rückschluss auf das Verordnungsverhalten einzelner Ärzte durch Dritte, die nicht durch das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch hierzu ermächtigt sind, ausgeschlossen. Der Gesetzgeber hat eine arztbezogene Steuerung der ärztlichen Verordnungsweise ausschließlich den Partnern der Selbstverwaltung vorbehalten. Damit soll die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der verordneten Leistungen gewährleistet werden. Das Recht der pharmazeutischen Unternehmer, einzelne Ärzte sachgerecht über die eigenen Produkte zu informieren, bleibt unberührt. Un- berührt bleibt auch das Recht des Erwerbs und der Verwertung von Verordnungsdaten durch die Hersteller oder Anbieter von Arzneien oder in deren Auftrag. Eine Verarbeitung und Nutzung von Daten über verordnete Arzneimittel, die für die Region einer Kassenärztlichen Vereinigung aggregiert sind durch die pharmazeutische Industrie bleibt möglich. Damit wird den legitimen Interessen der Pharmaunter- nehmen Rechnung getragen.
Weiterhin zulässig ist die Verarbeitung und Nutzung für gesetzlich vorgesehene Zwecke. Dies sind die Verarbeitung eigener Abrechnungsdaten zur Verwendung durch den Auftraggeber (Arzt, Apotheke, Großhandel) insbesondere die Abrechnung mit den Krankenkassen, die Information der Ärzte über verordnete Leistungen, die Durchführung von Wirtschaftlichkeitsprüfungen und die in § 303f genannten Zwecke, insbesondere die Forschung. In diesem Rahmen haben die Anbieter verordnungspflichtiger Leistungen sowie Dritte weiterhin die Möglichkeit, Daten über das Verordnungsverhalten arztbezogen aufzubereiten."

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