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Case-Manager "Hausapotheker"

17.06.2002 02:00
Mit dem Bericht zur Lage der Apotheken und einem neuen Ansatz für die Einbindungen des Berufsstandes in die Disease Management-Programme informierte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) wirtschafts- und sozialpolitische Journalisten in Berlin.

Ein harter Abwehrkampf gegen Versandhandel als ersten Schritt zur Zerstörung eines flächendeckenden, wohnortnahen Distributionskanals Apotheke prägte die Aussage der Lobbyisten. Aber auch ein ausgeprägter Wille, nicht nur in die sozial- und gesundheitspolitische Diskussion einzugreifen, mit der „Initiative pro Apotheke“ mittlerweile 1 Million Unterschriften gesammelt zu haben, sondern auch weiterführende Vorschläge zu machen. So plädierte Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA, für eine neue, starke Rolle des Berufsstandes innerhalb der sich neu formierenden Disease Management-Programme. So könnte es doch die Apotheke, mit rund 3,5 Millionen Kundenkontakten pro Tag wirklich „nah am Patienten“, die - so Eckert-Lill - „zentrale Rolle“ des Case-Managers innerhalb der Arzneimittelversorgung einnehmen.
Keine Leistung ohne Kosten, die derzeit mit den GKVen verhandelt würden, und ohne weitreichende Absicherung. So schlägt die ABDA für ihre weitreichende „Case-Manager Hausapotheker“ eine freiwillige Einschreibung der Patienten sowie eine einjährige Bindung der Patienten an die Apotheke vor. Dafür würden dann diverse Leistungen von DMP-Einschreibeförderung, Compliance Erhöhung bis hin zu einem umfassenden Medikationsbericht inklusive Absprache mit dem Arzt erbracht.
Eine zentrale Rolle hieße auch, ein höherer Anteil an den zu erwartenden DMP-Gelder die innerhalb des RSA-Ausgleichs für derartige Maßnahmen fließen würden. Denn in puncto Geld klagen die Apotheker, wenn noch auf recht hohem Niveau. So ist nach Zahlen des „Berichts zur wirtschaftlichen Lage der Apotheken 2001“ die Handelsspanne von 27 (2000) auf 26,7 (2001) gesunken. Dazu sei das Einkommen vor Steuern der durchschnittlichen Apotheke (ca. 0,75 - 1 Million Euro Jahresumsatz) in den letzten zehn Jahren nur um ein Prozent gestiegen. Auch liegt die Umsatzrendite der Apotheken über alle Umsatzgrößen hinweg bei lediglich 1,4 Prozent (Vorjahr 1 Prozent), 1992 waren es aber noch 1,8 Prozent.

Juni 2002, Nr. 6

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