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Digital Influence Index 2012: "User Generated Content" besonders vertrauenswürdig

11.06.2012 11:39
Für mehr als ein Drittel (39 %) der Deutschen ist das Internet eine wichtige Informationsquelle bei Gesundheitsfragen. Etwa wenn es um den Kauf von frei verkäuflichen Arzneimitteln geht oder um die Suche nach einem Arzt. Das zeigt der von Fleishman-Hillard und Harris Interactive vorgelegte Digital Influence Index 2012. Die globale Studie unter rund 4.600 Internetnutzern aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada und USA erfasst zentrale Aspekte der Internetnutzung und untersucht den Einfluss verschiedener Medien auf die Entscheidungsfindung der Verbraucher.

Nach Freunden und Familie ist das Internet die bevorzugte Informationsquelle der Deutschen, deutlich vor klassischen Medien oder Unternehmen. Zudem geht fast jeder Dritte (27 %) davon aus, dass das Internet seine Entscheidungen künftig stärker beeinflussen wird, so der Digital Influence Index.

Zwei von drei Deutschen (67 %) geben an, in den letzten zwölf Monaten über das Internet OTC-Produkte bestellt zu haben. Bei der Frage, aufgrund welcher Empfehlung sie sich für ein OTC-Präparat entschieden haben, wird das Internet auf Platz 2 genannt, noch vor Freunden und Familie.

Auch für die Suche nach einem Arzt spielt das Internet eine große Rolle: Bereits mehr als jeder fünfte Deutsche (22 %) nutzt das Internet dafür. Erste Anlaufstelle für die Online-Informationssuche sind in Deutschland Suchmaschinen wie Google. Dies gilt auch für die Arztsuche (77 %). Angebote von Unternehmen oder Behörden spielen eine untergeordnete Rolle (12 % bzw. 5 %). Wie stark sich die Struktur des Gesundheitswesen hier widerspiegelt zeigt sich beispielsweise daran, dass in Großbritannien jeder Zweite (52 %) eine staatliche Website für die Arztsuche nutzt.

Informationen zu Gesundheitsfragen sind Vertrauenssache. Das höchste Vertrauen im Netz genießen von anderen Internetnutzern erstellte Inhalte, der sogenannte User Generated Content. Bei der Arztsuche stehen persönliche Empfehlungen von anderen Internet-Anwendern besonders hoch im Kurs: Jeder Zweite (46 %), der im Internet nach einem Arzt sucht, zieht dafür Ratschläge Dritter hinzu. 35 % suchen gezielt Bewertungsportale auf.

In erster Linie dient die Online-Arztsuche dazu, verschiedene Optionen vergleichen zu können (55 %) oder den passenden Experten zu finden (47 %). Die Möglichkeit, sich vorab online über einen Arzt zu informieren, gibt mehr als der Hälfte der Befragten (54 %) Vertrauen in ihre Entscheidung. „Die Bedeutung von Arzt-Bewertungsportalen wird vor diesem Hintergrund sicher weiter zu nehmen“, ist Dr. Stephan Kühne, Leiter des Healthcare-Teams von Fleishman-Hillard, überzeugt. Auch die aktuelle Rechtsprechung deute in diese Richtung: Gerade erst hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main die Rolle der Verbraucher gestärkt, indem es Arztbewertungen durch medizinische Laien als freie Meinungsäußerung klassifiziert und auch anonyme Bewertungen für rechtens erklärt hat.

„Die zunehmende Bedeutung der Arzt-Bewertungsportale ist nur ein Beispiel für den starken Trend zu nutzergenerierten Inhalten auch bei Gesundheitsthemen“, so die Einschätzung von Arne Klempert, Digital Director bei Fleishman-Hillard. „Verbraucher und Patienten tauschen sich online zu Gesundheitsfragen aus, eine Entwicklung der sich die Unternehmen der Gesundheitsbranche stellen müssen. Dazu müssen sie auch die wichtige Frage klären, ob und wie sie sich an dem Dialog in den sozialen Medien beteiligen möchten und können.“ Als ersten Schritt empfiehlt Klempert, die Communities genauer unter die Lupe zu nehmen: „Eine aktive Teilnahme durch Unternehmen ist nicht immer nötig. Es wäre aber ein Fehler, die Kommunikation der Kunden respektive Patienten in den sozialen Medien komplett zu ignorieren. Mit einer systematischen Analyse der einschlägigen Communities können Unternehmen viele wertvolle Erkenntnisse gewinnen und auf dieser Grundlage auch fundierte Entscheidungen für ein eigenes Engagement treffen.“

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