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Wie steht's um die elektronische Patientenakte?

11.02.2019 11:06
Um über die elektronische Patientenakte zu diskutieren und sich über deren Umsetzung auszutauschen, trafen sich auf der 8. TEN.-Convention Entscheider der Gesundheitsbranche im Kongresshaus Heidelberg. Die drei Referenten des Abends waren Daniel Bahr, Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherungs-AG, Ronald Fritz, Partner IBM Deutschland und Uwe Eibich, Vorstand Telematik & eHealth Plattformen, CompuGroup Medical SE.

„Auf jeder Reise trage ich noch meinen Impfpass in analoger Form mit mir herum – wann die nächste Impfung stattfinden sollte, weiß ich jedoch nicht“, beschrieb der erste Redner der achten TEN.-Convention am 31. Januar, Ronald Fritz, Partner der IBM Deutschland, den Status Quo seiner Gesundheitsdatenverwaltung, wie der Veranstalter Gotthardt Healthgroup, berichtet. Das Verwaltungschaos sei für ihn ausschlaggebend gewesen, um darüber nachzudenken, ob es nicht Sinn mache, digitale Alternativen zu schaffen, die an zentraler Stelle seine Gesundheitsdaten verwalteten und Services zugänglich machten.

„Dass die elektronische Patientenakte auch wirklichen Nutzen in der Gesundheitsversorgung bringt, müssen wertige Services, wie z.B. Arzneimitteltherapie-sicherheits-Services, mit ihr verbunden werden, die je nach Lebenssituation auf den Patienten spezifisch zugeschnitten sind“, betont Fritz, der nach Angaben des Veranstalters an der Entwicklung von "TK-Safe" - der digitalen Patientanakte der TK - beteiligt war. Nutzer-Zentrierung, Sicherheit, Vernetzung und ePA-Konformität seien laut Ronald Fritz die wichtigsten Kriterien für den Erfolg einer solchen Gesundheitsplattform.

"Am Ende entscheidet, was Patienten und Ärzte mit der Akte im Alltag tun können."

Unter dem Motto „Synchronizing Healthcare“ stellte der zweite Redner des Abends, Uwe Eibich, Vorstand Telematik & eHealth-Plattformen, CompuGroup Medical, die Version der CGM vor: Sie wolle das Gesundheitswesen vernetzen und Lösungen schaffen, die den Austausch medizinischer, oft lebenswichtiger Daten, in der Versorgung möglich machten. „Die elektronische Patientenakte ist der nächste große Meilenstein in der deutschen e-Health Roadmap und wird das Thema medizinische Anwendungen definitiv beflügeln. Am Ende entscheidet“, so Eibich, „was Patienten und Ärzte mit der elektronischen Patientenakte im Alltag tun können.“ Darum sei es wertvoll die jahrelange praktische Erfahrung der Anbieter wie der CompuGroup Medical, die die elektronische Patientenakte "CGM Life" entwickelt haben, zu nutzen. Eibich wies auf die für Partneranwendungen geöffnete interoperable Plattform der "CGM Life" hin.

Daniel Bahr, Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherungs-AG, beendete die Vortragsreihe.  „Wir sind der Meinung, dass die Krankenversicherung die Aufgabe hat, die Prozesse aus Kundensicht zu vereinfachen.“ Mit dem Ziel, Gesundheitsdaten zusammenzubringen, habe die Allianz zusammen mit Vivy eine digitale Plattform geschaffen, auf der unter anderem Notfalldaten auch im Ausland sicher ausgelesen werden könnten. „Als Krankenversicherung möchten wir unsere Kunden optimal unterstützen“, so Bahr. Darum sei es wichtig, Patienten, zum Beispiel via App, an die Einnahme von Medikamenten oder Auffrischung von Impfungen zu erinnern oder sie über mögliche Wechselwirkungen aufzuklären. Die Bündelung von Expertise in einer Plattform bringe sowohl für Kunden als auch Versicherungen Vorteile, da dort alle Apps miteinander verbunden seien und medizinische Befunde mit qualitätsgesicherten Informationen interpretiert werden könnten.

Unsicherheit bei der Datenverwendung

Bei der anschließenden TEN.-TED Befragung sahen, wie der Veranstalter mitteilt, jedoch 50% aller Teilnehmer die größte Herausforderung für die elektronische Patientenakte darin, dass Dritte, wie beispielsweise Krankenkassen oder Versicherungen, Anspruch auf die enthaltenen Informationen stellen könnten.

Daniel Bahr habe dem entgegengehalten: „In der Realität ist das eine unberechtigte Sorge. Die Krankenversicherung weiß heute schon viel über die Versicherten und hat keinen Mehrwert von weiteren Daten, wer z.B. wie viele Schritte am Tag gelaufen ist.“

30% der Befragten sahen ein Problem darin, dass die Angaben in der Akte fehlerhaft oder unvollständig sein könnten und 20% sorgten sich um die Datensicherheit. Die Mehrheit des Publikums (60%) sei sich demnach einig gewesen, dass Patienten sich die elektronische Patientenakte aussuchen und die Krankenkassen diese finanzieren sollten. Daniel Bahr stimmte der Selbstentscheidung der Patienten zu, sah jedoch Diskussionsbedarf bei der Finanzierung der Krankenkassen, insbesondere in der Hinsicht, wenn die elektronischen Patientenakten kassenspezifische Vorgänge nicht bearbeiten könnten.

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