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"FibriCheck" gewinnt Medica App Competition

22.11.2018 12:47
Das belgische Entwickler-Team von "FibriCheck" konnte den Medica App Competition für sich entscheiden. Die am 14. November auf der Medica in Düsseldorf vergebene Auszeichnung wurde nach einem Live-Pitch von einer zehnköpfigen Jury vergeben. "FibriCheck" erkennt Herzrhythmusstörungen via Smartphone-Kamera und analysiert mittels Künstlicher Intelligenz, ob Arhythmien des Herzschlags auftreten.

Die belgische Sieger-App "FibriCheck" ist bereits durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA zugelassen, um verschiedene Herzrhythmusstörungen mit einer Smartphone-Kamera zu erkennen und einen Bericht sowohl für den Arzt als auch für die Patienten zu erstellen. Die App baut auf der so genannten Photoplethysmographie auf. Dabei handelt es sich um eine optische Messmethode, die darauf basiert, dass sich Streulicht mit der an den Blutgefäßen in der Haut vorhandenen Blutmenge verändert.

Hierzu wird der LED-Blitz des Smartphones verwendet, um den Finger des Benutzers ausreichend zu beleuchten. Die Haut streut das Licht. Die Lichtintensität des gestreuten Lichts schwingt mit der Menge des Bluts, das der Herzschlag in die beleuchteten Finger pumpt. Die Kamera gibt in der Folge Informationen zu Schwankungen des gestreuten Lichts an die App weiter. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz wird schließlich erkannt, ob Arhythmien des Herzschlags auftreten.

Herzensangelegenheit auf Rezept

In Belgien gebe es "FibriCheck" bereits auf Verordnung, wobei die App zum kostenfreien Download bereitsteht. Der Arzt überreiche seinem Patienten einfach ein Papier mit einem QR-Code. Dieser werde genutzt, um die App auf dem Smartphone zu aktivieren. Die ärztliche Verordnung ist indes nur ein Weg, die App sinnvoll zu nutzen. Geplant ist, diese neuartige Version des digitalen Screenings darüber hinaus auch bislang symptomlosen Anwendern gegenüber bekanntzumachen und anzubieten. Auch hierzu wurde bereits ein recht unkompliziertes Verfahren getestet: Ein QR-Code fand Abdruck in einer Zeitung mit der Aufforderung, die App zu laden, zu aktivieren und sich bei diagnostizierten Auffälligkeiten an einen Arzt zu wenden.

Mehr als 12.000 Nutzer erstellten laut Team-Mitglied Stephanie Vinckenbosch in der Folge 120.000 Aufzeichnungen binnen 48 Stunden. Bei 136 Nutzern (1,1 Prozent) wurde ein Vorhofflimmern festgestellt. 2.111 (17 Prozent) zeigten andere Arhythmien. Bei 191 (2 Prozent) hatten die Messungen eine Qualität, die nicht zur Analyse ausreichte. "FibriCheck" erhielt bereits das CE-Zeichen als medizinisches Screening- und Monitoringgerät der Klasse IIa zur Identifizierung unregelmäßiger Herzrhythmen.

Auf die Plätze verwiesen

Die portugiesischen Macher der zweitplatzierten "Tonic App" sprechen dagegen direkt und ausschließlich Ärzte an. So sei die App eine Art "Linked-In" als Plattform für Ärzte, über die sie Zugriff bekommen auf Empfehlungen, Fall-Diskussionen, Leitlinien, Kodierempfehlungen, Neuigkeiten, Jobs und Networking.

Die drittplatzierte `Veta Health App´ aus den USA richtet sich dagegen explizit an Patienten und begleitet diese: „Veta Health bietet eine Front-End-Plattform, die den Patienten auf seiner Reise über den Behandlungspfad unterstützt“, berichtete Mitbegründerin Dr. Nora Zetsche. Die App ermögliche eine Integration von mehr als 400 Wearables – und bietet Echtzeit-Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten. Anpassbare Versorgungspfade versetzten Patienten in die Lage, ihren Gesundheitszustand zu verwalten und ihre Pflegeprotokolle einfach zu verstehen, so Zetsche.