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Kassen erzielen Milliarden-Überschuss durch Rabatte

08.09.2011 11:55
Aus den prognostizierten Defiziten der Kassen von rund 3,2 Milliarden Euro sind in anderthalb Jahren Überschüsse von rund 3,5 Milliarden Euro geworden, wie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa) berichtet. Grund hierfür sei, dass die Arzneimittelhersteller 2010 zirka 1 Milliarde Euro mehr Rabatt als im Vorjahr gewährten, wobei allein der neu eingeführte Zwangsrabatt mit 660 Millionen Euro zu Buche geschlagen sei.

Dies zeige der im Auftrag der vfa vom IGES-Institut für Gesundheits- und Sozialforschung erstellte Arzneimittel-Atlas 2011, dessen Manuskript am 8. September in Berlin vorgestellt wurde.

Für das Autorenteam erklärt Prof. Bertram Häussler: „Wie in den Vorjahren war die Entwicklung der Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen gekennzeichnet von einem Ausgleich zwischen Einsparungen - insbesondere durch auslaufende Patente - und Mehrausgaben für Innovationen. Dämpfend wirkten sich außerdem der seit Jahren rückläufige Mehrverbrauch an Arzneimitteln aus sowie die starken Einsparungen durch die seit August 2010 zusätzlich erhobenen Arzneimittelrabatte. Dies alles hat zu einem Stillstand der Ausgabenentwicklung bei den Arzneimitteln beigetragen und die Ausgaben der Krankenkassen stabilisiert.“

Für den Auftraggeber erklärt die vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer: „Besondere Situationen mögen vielleicht besondere Maßnahmen wie einen Zwangsrabatt erfordert haben. Aber ein Zwangsrabatt lässt sich nicht unter allen Umständen rechtfertigen und aufrechterhalten: Ein Zwangsrabatt kann nur in einer Notsituation einmalig helfen! Politik und Öffentlichkeit geht es um Finanzierbarkeit. Auch wir möchten, dass wirksame und neue Arzneimittel finanzierbar bleiben und den Patienten in der Versorgung zur Verfügung stehen. Darum brauchen wir eine Balance zwischen notwendigen Investitionen für die Erforschung neuer Arzneimittel und den Therapiekosten für Patienten.“

Frühe Nutzenbewertung und Preisverhandlungen könnten gute Steuerungsinstrumente zum Ausgleich von Versorgungsqualität und Höhe des Preises sein, so Fischer weiter. Erste Erfahrungen forschender Pharma-Unternehmen mit der frühen Nutzenbewertung gäben jedoch Anlass zur Sorge, ob diese Balance auch gelingt. Bei den Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung über künftige Preisverhandlungen zwischen den Spitzenverbänden der Pharmaindustrie und dem GKV-Spitzenverband seien bekanntlich Fragen offen. „Aber sowohl für die frühe Nutzenbewertung wie für die Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung gilt, dass das Ringen um Bewertungs- und Vergleichskriterien jedenfalls nicht dazu führen darf, dass Innovationen künftig blockiert werden und der heute hohe Standard der Versorgungsqualität in Deutschland gefährdet wird“, betont Fischer.

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