Google-Algorithmus präzisiert Sterberisikoberechnung

20.06.2018 10:44
Google-Ingenieure haben ein neues KI-Tool entwickelt, mit dem sich eigenen Angaben nach genau vorhersagen lässt, ob ein ins Krankenhaus eingelieferter Patient innerhalb der nächsten 24 Stunden stirbt, wie das Nachrichtenportal "pressetext" berichtet. Der neue Algorithmus nimmt die verfügbaren Daten verschiedener Krankenhäuser und Ärzte auf und führt damit selbst Berechnungen durch.

Die Zuverlässigkeit des Systems habe Google bereits in mehreren Fällen getestet und gegen bestehende Methoden beweisen können. Als Beispiel wird der Fall einer Frau mit Brustkrebs gegannt, die im letzten Stadium ihrer Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Ärzte führten an ihr mehrere Tests durch. Die Computer des Krankenhauses errechneten, dass sie eine Überlebenschance von 91 Prozent habe. Die KI-Software von Google prognostizierte im direkten Vergleich jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, die Frau könne sterben, schon bei rund 20 Prozent liege. Die Frau sei nach ein paar Tagen verstorben.

Das KI-Tool überzeuge Experten insbesondere mit seinem Zugriff auf über 175.000 Datenpunkte, ist in der Nachricht zu lesen. Es durchforste PDFs und Notizen zu sehr alten Diagrammen in Patientenakten, um dann eigene Vorhersage zu generieren. Der nächste Schritt für Google bestehe den Ingenieuren zufolge darin, das KI-System in Kliniken einzusetzen, um Ärzten bei Diagnosen zu helfen. Google-Algorithmen könnten sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung helfen, indem sie große Datenmengen in leicht konsumierbarem Format erstellten.

Offene Patientenakten

Datenschützer stünden dem Tool jedoch eher skeptisch gegenüber, denn Google nehme sich bei der Anwendung das Recht, sämtliche Patientenakten eines Menschen zu durchforsten. Bereits 2017 sei es in Großbritannien zu einem Verfahren gekommen, nachdem Google DeepMind echte Patientendaten zur Testung seiner App "Streams" genutzt hatte (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20170517020 ). Google verlor den Prozess.

Bildquelle: pexels, Pixabay