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vitabook löscht Facebook-Account

28.03.2018 10:15
Das IT-Unternehmen vitabook hat heute seinen Facebook-Account gelöscht. "Es reicht", so CEO Markus Bönig. "Der Schutz persönlicher Daten ist für uns ein unumstößliches Gebot. Darum haben wir uns zum Boykott von Facebook entschieden."

Mit diesem Schritt geht vitabook nach dem Datenskandal um das weltweit größte Online-Netzwerk und die Firma Cambridge Analytica weiter als andere Unternehmen: Mozilla, der Entwickler des Web-Browsers Firefox, will zum Beispiel solange keine Werbung mehr auf Facebook platzieren, bis das Unternehmen seine Datenschutz-Einstellungen verbessert hat. Sonos, Anbieter vernetzter Lausprecher, stoppt für eine Woche die Online-Werbung. vitabook jedoch will Facebook endgültig den Rücken kehren: "Der aktuelle Skandal ist ja nur einer von vielen. Ich teile die Meinung von EU-Justizkommissarin Vera Jourová, dass der Skandal ein Weckruf für uns alle sein sollte. Letztlich geht es um die Grundfeste unserer Demokratie", begründet Markus Bönig die Entscheidung.

Der Umgang Facebooks mit den persönlichen Daten seiner Nutzer stand schon häufig in der Kritik. Jüngst brachte eine Enthüllung ans Licht, dass sich Cambridge Analytica, ein Datenanalyse-Unternehmen, über eine App unberechtigt Zugang zu Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffte. Anhand der Datenauswertung soll Cambridge Analytica zum Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 wesentlich beigetragen und ebenfalls eine entscheidende Rolle in der Kampagne zum Brexit-Referendum gespielt haben. Facebook war der Skandal seit 2015 bekannt, gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, die Daten seien gelöscht worden. Die Nutzer wurden über diese Vorgänge nicht informiert.

Gründer Mark Zuckerberg behauptet zwar, die Software-Schnittstellen, die einer Umfrage-App einen so breiten Zugriff auf Nutzerdaten ermöglichen, seien dicht gemacht worden. Doch bezweifelt das beispielsweise die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff. Das Geschäftsprinzip von Facebook sei es ja gerade, Daten zu generieren und sie gewinnbringend zu vermarkten. "Wir möchten diese Machenschaften von Facebook in keiner Weise unterstützen. Deshalb sind wir diesen deutlichen Schritt gegangen", resümiert Bönig.

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