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DGGG: Öffentliche Kommunikation und Berichterstattung zu Corona & Alter überdenken

14.04.2020 10:43
Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) hat jeglicher Kategorisierung nach chronischem Alter in den Regelungen und Maßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie öffentlich bereits eine klare Absage erteilt. Die Sektion III der DGGG (Sozial- und Verhaltenswissenschaftliche Gerontologie) spricht nun ergänzende Empfehlungen aus, um eine öffentliche Kommunikation zu „Alter und Corona“ anzuregen, die einer Altersdiskriminierung entgegenwirkt und effektive politische Maßnahmen und Programme zum Wohl aller Generationen ermöglicht.

„Unsere Gesellschaft lebt von ihrer Pluralität in allen Bereichen“, so Prof. Dr. Eva-Marie Kessler, Vorsitzende des Vorstandes der Sektion III der DGGG. „Wir sehen in der aktuellen Situation die große Gefahr eines Rückschritts.“ Einseitig-negative Einstellungen gegenüber älteren Menschen könnten sich verstärken, und es könnten sich diskriminierende Praktiken einstellen, die ältere Menschen benachteiligen und für die Generationenbeziehungen erhebliche negative Folgen haben. „Covid-19 ist auf dem besten Weg, das Alter wieder zu reduzieren auf: gefährdet, krank, hilfsbedürftig und Opfer“, so Kessler.

In einem ersten Auszug bittet die DGGG um eine verantwortliche solidarische Information und Kommunikation und regt an, die eigene Sprache und das Handeln unter anderem nach diesen drei Kriterien zu prüfen:

  1. Derzeit wird primär über ältere Menschen gesprochen. Ältere Menschen müssen aber selbst die Möglichkeit erhalten, in der öffentlichen Kommunikation ihre subjektive Sicht auf die aktuelle Situation zu kommunizieren. Ältere Menschen müssen eine Stimme erhalten, und sie müssen auch selbst als aktive, entscheidungs- und handlungsfähige Individuen angesprochen werden.
  2. Ein Form der Berichterstattung über die Corona-Pandemie, welchem die Logik WIR (Jungen, Gesunden) versus SIE (Alten, Kranken) zugrunde liegt, löst Ängste, Argwohn, Ressentiments und Vorurteile aus und kann Feindseligkeit auf allen Seiten befördern. Es soll eine inklusive Sprache verwendet werden, welche das Gemeinwohl, die Verantwortung füreinander und ein Wir-alle-zusammen in den Mittelpunkt stellt. Es muss eine Sprache gefunden werden, die Menschen aller Altersgruppen dazu anregt, sich selbstbestimmt zu einer gemeinsamen Krisenbewältigung zu entscheiden.
  3. Gleichzeitig muss die Botschaft der Aufopferung Jüngerer für Ältere vermieden werden (indem Jüngere ihre Interessen zurückstellen müssen, sich für ältere Menschen in Gefahr bringen etc.). Dieses Retter- versus Opfer Narrativ verstärkt Grenzen und Differenzen zwischen den Generationen. Bei älteren Menschen können sie ein reduziertes Selbstwertgefühl sowie Schuldgefühle auslösen, bei jüngeren Menschen Frustration und Ressentiments. Auch hier gilt wieder, dass eine Sprache gefunden wird, die die Verantwortung füreinander in den Mittelpunkt stellt.
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