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Quantencomputer: Boehringer Ingelheim und Google kooperieren

12.01.2021 08:37
Die Kooperation soll neue Anwendungsmöglichkeiten für Quantencomputer für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung, insbesondere bei Molekulardynamik-Simulationen erforsche und entwickeln. Die Partnerschaft verbinde die Expertise von Boehringer Ingelheim bei computergestütztem Wirkstoffdesign und Modellierung mit den technologischen Möglichkeiten von Google als Entwickler von Quantencomputern und Algorithmen. Die Zusammenarbeit ist nach Unternehmensangaben auf drei Jahre angelegt und wird von dem neu gegründeten Quantum-Forschungslabor von Boehringer Ingelheim mitgeleitet.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Google, dem führenden Technologieunternehmen im Bereich Quantum Computing“, sagt Michael Schmelmer, Vorstandsmitglied bei Boehringer Ingelheim und verantwortlich für Finanzen und Konzernfunktionen. „Quantum Computing besitzt das Potenzial, die Forschung und Entwicklung in der Pharmazie erheblich zu beschleunigen und zu optimieren. Auch wenn Quantum Computing eine vergleichsweise neue Technologie ist, sind wir überzeugt, dass wir mit ihrer Hilfe zukünftig noch mehr Menschen und Tiere mit innovativen und bahnbrechenden Medikamenten versorgen können.“

Die neue Kooperation sei Teil der umfassenden digitalen Transformationsstrategie von Boehringer Ingelheim – mit dem Ziel, vielversprechende Forschungsaktivitäten schneller und effektiver weiterzuentwickeln und dadurch mehr bahnbrechende medizinische Lösungen auf den Markt zu bringen, die Patienten dringend benötigen. Dafür erhöhe das Unternehmen seine Investitionen in ein breites Spektrum digitaler Technologien. Schlüsselbereiche wie Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und Data Science hülfen dabei, Krankheiten, ihre Treiber und Biomarker sowie digitale Therapiemöglichkeiten besser zu verstehen.

„Die äußerst präzise Modellierung molekularer Systeme gilt weithin als die natürlichste Anwendung von Quantum Computing und hat das Potenzial, Arbeitsprozesse grundlegend zu verändern. Daher freuen wir bei Google uns darauf, mit Boehringer Ingelheim zusammenzuarbeiten und gemeinsam Fälle und Methoden für chemische Quantensimulationen zu erforschen. Boehringer Ingelheim bringt ein beeindruckendes Team im Bereich Quantum Computing mit sowie großes Fachwissen, wie man die technologischen Möglichkeiten praktisch in der Pharmazie nutzt“, sagt Ryan Babbush, Leiter von Quantum Algorithms bei Google.

Computerbasierte Ansätze bildeten bereits die Grundlage für das Design sowie die Entwicklung innovativer Medikamente – und hätten einen großen Anteil daran, die Gesundheit von Menschen und Tieren zu verbessern. Allerdings könnten heutige Computer wegen ihrer Algorithmenstruktur nicht viele der wirklich komplexen Herausforderungen meistern, die grundlegend für die frühen Phasen pharmazeutischer Forschung und Entwicklung sind, darunter insbesondere Simulationen und Analysen von für den Krankheitsmechanismus relevanten Molekülen. Quantum Computing besitze das Potenzial, viel größere Moleküle als derzeit möglich genau zu simulieren und zu vergleichen. Dadurch ergäben sich neue Möglichkeiten für pharmazeutische Innovationen und Therapien für ein breites Spektrum an Krankheiten.

„Uns treibt die Erforschung und Entwicklung neuer, bahnbrechender Therapien für Krankheiten mit einem hohen medizinischen Bedarf“, sagt Michel Pairet, Vorstandsmitglied bei Boehringer Ingelheim und verantwortlich für die Innovation Unit des Unternehmens. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Google und Quantum Computing in der biopharmazeutischen Forschung, neue Möglichkeiten zur Entdeckung neuer Medikamente zu finden und so auch in Zukunft zum weltweiten medizinischen Fortschritt beizutragen.“

„Die Vorreiterrolle von Boehringer Ingelheim in der Quantenforschung ist beeindruckend. Sie zeigt sich in der dynamischen Arbeit dieses starken Teams für die Quantenforschung sowie an der generellen Bereitschaft zu Open Science.  Wir freuen uns darauf, an diesem Bereich gemeinsam zu arbeiten – mit Grundlagenforschung und dem gemeinsamen Ziel, innerhalb des nächsten Jahrzehnts pharmazeutische Probleme jenseits klassischer Denkmuster zu lösen“, sagt Markus Hoffmann von Google Quantum AI Partnerships.

Boehringer Ingelheim plant nach eigenen Angaben erhebliche Investitionen in den kommenden Jahren, um das Potenzial von Quantum Computing auszuschöpfen. Das Unternehmen habe hierfür ein Quantum-Forschungslabor mit anerkannten Experten aus Wissenschaft, Industrie und Quantum-Providern eingerichtet. Weitere Partnerschaften aus Wissenschaft und Industrie sollen die Teams ergänzen und hauptsächlich von der Innovation Unit und der IT bei ihrer Arbeit unterstützt.

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