Sie sind hier: Startseite News Sempora-Apothekenmarktstudie: Veränderungstreiber sind E-Rezept und Marktkonsolidierung
x
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sempora-Apothekenmarktstudie: Veränderungstreiber sind E-Rezept und Marktkonsolidierung

22.04.2020 14:17
Das Jahr 2020 ist, wie schon die Jahre zuvor, von Veränderungen und Dynamiken im deutschen Apothekenmarkt geprägt: Fortsetzende Konsolidierungsprozesse auf Seiten des Versandhandels- und des Großhandels genauso wie die geplante Einführung des E-Rezepts stellen den Apothekenmarkt vor neue Chancen und Herausforderungen. Bei allen äußeren Einflussfaktoren, darf jedoch der Fokus auf die Bedürfnisse der Apothekenkunden nicht aus den Augen verloren werden. Sempora Consulting hat von Februar bis März 2020 (d.h. vor Auftreten eventueller Effekte durch Covid-19) die entscheidenden Akteure im Apothekenmarkt zu aktuellen Themen befragt. Dabei wurden die von 40 Entscheidern aus Pharmaunternehmen, von 135 Apothekern und von 1.164 Konsumenten eingeholt.

Trotz eines hohen Vertrauens gegenüber den stationären Apotheken, nimmt der Trend in Richtung Versandhandel weiter zu. Generell haben bereits 67% schon einmal im Versandhandel bestellt und auch die Einlösung von Rezepten im Apothekenversandhandel gewinnt an Beliebtheit. 35% der befragten Konsumenten haben ihre Rezepte schon mal bei einer Versandapotheke eingelöst (+3%-Punkte zu Vorjahr) und 23% tun dies sogar regelmäßig (+4%-Punkte zum Vorjahr). Auch findet fast ein Drittel der Befragten den mit der Einlösung eines Rezeptes verbundenen Bonus trotz des aktuell noch hohen Aufwandes attraktiv.

Durch Corona hat der Versandhandel viele neue Kunden gewonnen – zum nächsten Wachstumsschub wird das E-Rezept beitragen. 35% der Konsumenten gaben an, dass das E-Rezept den Apothekenversandhandel für sie attraktiver machen würde. Nur 44% würden nach aktuellem Stand ihr E-Rezept exklusiv in der stationären Apotheke einzulösen. 19% würden E-Rezepte nur im Versandhandel einlösen. 36% gaben an, ihre E-Rezepte in beiden Kanälen einzulösen (siehe Abbildung). „Wenn man davon ausgeht, dass aktuell der Rx-Marktanteil des Versandhandels bei ca. 1,3% liegt, sind die Annahmen der Marktexperten, dass der Rx-Marktanteil des Versandhandels auf 10% wachsen wird, mehr als realistisch“, resümiert Tobias Brodtkorb, Managing Partner von Sempora Consulting.

54% der befragten Industrieentscheider gehen davon aus, dass die MVDA/Linda-Entwicklung und der Zusammenschluss von Alliance und Gehe zu deutlichen Verschiebungen im Apothekenkooperationsmarkt führen werden. 52% der Hersteller vertreten die Ansicht, dass MVDA/Linda weiter deutlich an Mitgliedsapotheken verlieren wird, während Phoenix durch die Aktivierung von selbigen für Livplus an Marktbedeutung gewinnen wird (44%). Durch den Zusammenschluss von Alliance und Gehe halten 75% den Ausbau von Alphega für wahrscheinlich, während hingegen 44% erwarten, dass die Kooperation Gesund Leben eingestellt wird. 81% der Hersteller sind der Ansicht, dass es für Apothekenkooperationen zunehmend schwierig wird, sich im Markt mit Alleinstellungsmerkmalen zu positionieren.

Bei der aktuellen Beurteilung der Gesamtleistung der Apothekenkooperationen durch die Hersteller führt easy Apotheken - wie im Vorjahr - mit der Schulnote 2,2 und dahinter Guten Tag mit der Note 2,6. „Hersteller müssen die Zusammenarbeit mit Apothekenkooperationen neu bewerten und dabei den Nutzen der Kooperation für das eigene Geschäft kritisch hinterfragen“, folgert Tobias Brodtkorb.

Innerhalb der letzten Jahre hat die Auswahl an Kundenmagazinen in der Apotheke in vielfältiger Weise zugenommen. 74% der befragten Apotheker finden die aktuelle Anzahl der Kundenmagazine zu hoch. Trotz der neuen Anbieter ist die Dominanz der "Apotheken Umschau" im Markt weiterhin hoch. Nur 35% der Apotheker sehen das Magazin "MyLife" (Burda/Noweda) als ernsthafte Konkurrenz zur "Apotheken Umschau" und nur 9% würden zukünftig auf die "Umschau" verzichten. 43% der befragten Hersteller halten die "Apotheken Umschau" für unverzichtbar für das Bewerben ihrer Marken. 54% der Apotheker geben an, dass die "Apotheken Umschau" ihre Kundenfrequenz erhöht und 45% sogar, dass dadurch die Kundenbindung steigt. 63% sehen zudem die "Apotheken Umschau"-Fernsehwerbung als starke Unterstützung für die stationäre Apotheke. Die überlegene Position der "Apotheken Umschau" zeigt die hohe gestützte Bekanntheit bei den Konsumenten (87%). "MyLife" hingegen kennen - trotz intensiver Marketingbemühungen - nur 8% der Apothekenkunden.

Artikelaktionen
Specials

Termine
Informationsbeauftragte 2.0: Arzneimittelwerbung im Internet 20.08.2020 09:00 - 17:00 — Frankfurt
Erstattung digitaler Gesundheitsanwendungen - DVG/DiGAV 14.09.2020 09:00 - 17:00 — Berlin
Pharma-Marketing-Diplom 15.09.2020 - 17.09.2020 — Frankfurt
Pharma Social Media & Mobile Apps 29.09.2020 - 30.09.2020 — Frankfurt
Kommende Termine…