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„Trajenta“ wird in Deutschland wegen AMNOG nicht gelauncht

08.09.2011 12:14
Boehringer Ingelheim und Lilly, Partner in einer weltweiten Diabetes-Allianz, werden das neue orale Antidiabetikum „Trajenta“ (Wirkstoff Linagliptin) in Deutschland, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, aufgrund des AMNOG nicht auf den Markt bringen.

Die Unternehmen gehen im Fall von Linagliptin davon aus, dass die Auswahl der Vergleichstherapie und die Bewertung zu einer nicht ausreichenden Berücksichtigung des therapeutischen Nutzens und der positiven Eigenschaften des Wirkstoffs führen werden. Als Folge drohe ein Erstattungsbetrag für Linagliptin, der dem Innovationscharakter des Medikaments nicht gerecht werde, heißt es einer Pressemitteilung des Arzneimittelherstellers.

Engelbert Günster, Landesleiter Deutschland von Boehringer Ingelheim: „Wir können, wenn überhaupt, das neue Antidiabetikum in Deutschland erst zur Verfügung stellen, wenn mehr Transparenz bezüglich des Ausgangs des AMNOG-Prozesses besteht. Wir wollen Patienten mit Diabetes dauerhaft und zu einem angemessenen Preis eine innovative Therapie anbieten, die ihre Versorgung verbessern kann und von der sie auch langfristig im Alltag profitieren können."

Gerade aus Sicht eines Unternehmens, das große Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen in Deutschland unternehme, müssten neue, bessere Medikamente im Bereich Diabetes auch in Zukunft in Deutschland ihren Platz haben. Die laufenden Gespräche auf Verbandsebene mit den Kostenträgern deuteten darauf hin, dass derzeit keinerlei Bereitschaft erkennbar ist, Preise für medizinische Innovationen auch nur angemessen zu gestalten. „Im Gegenteil: Es ist die Absicht zu erkennen, die Preise in Deutschland als hoch-industrialisiertem Land sogar noch unter dem europäischen Durchschnittspreis festlegen zu wollen", führte Engelbert Günster weiter aus.

Linagliptin hat nach der Zulassung in den USA im Mai und in Japan im Juli dieses Jahres am 25. August auch die Zulassung der Europäischen Behörde (EMA) erhalten. Der Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitor (DPP-4-Inhibitor) wird zukünftig in vielen Ländern die Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes unterstützen. Linagliptin erfordert selbst bei Patienten mit einem hohen Risiko für eine nachlassende Nierenfunktion keine Dosisanpassung.

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