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Comprix 2020: „Wir ziehen alle an einem Strang!“

04.08.2020 16:37
Nicht nur etwas später als gewohnt, sondern auch etwas anders findet im „Jahr des Virus“ die Preisverleihung des Comprix statt: Im Rahmen einer Liveshow im TV-Format werden am 11. September Agenturen und ihre Kunden ausgezeichnet. Als besonders treffend erweist sich dabei das bereits vor der Corona-Pandemie erdachte Motto „No Limits“, denn „besondere Zeiten verlangen schrankenlose und barrierefreie Kreativität im Denken und im Handeln – gerade wenn es darum geht, die Besten der Besten in der kreativen Healthcare-Kommunikation zu ehren“, wie Thomas Bruchhäuser sagt. Als Chef der Eventagentur movendi hat er den „Comprix Medial“ erdacht, zu dem sich alle Nominierten – Auftraggeber und Agenturen – sowie Comprix-Begeisterte in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihrer eigenen Comprix-Party per Satelliten-Livestream zuschalten können.

>> Herr Bruchhäuser, die Comprix-Preisverleihung findet in diesem Jahr ohne Publikum im Kölner Tanzbrunnen statt, stattdessen wird die Veranstaltung live gestreamt. Haben Sie bei movendi bereits Erfahrung mit solchen virtuellen Events?
Ausschließlich virtuell haben wir noch nichts umgesetzt, einfach weil es bisher nicht notwendig war. Wir hatten aber beispielsweise im Februar eine internationale Veranstaltung in München, die wir parallel gestreamt haben, weil zu diesem Zeitpunkt Gäste aus China oder auch aus Italien schon nicht mehr anreisen konnten. So etwas haben wir in den letzten Jahren aber auch ohne Pandemie immer mal wieder gemacht, denn es gibt ja international tätige Firmen, bei denen Mitarbeiterveranstaltungen in die unterschiedlichen Niederlassungen gestreamt werden. Das ist nichts Außergewöhnliches.
Dass man eine Veranstaltung nicht nur komplett streamt, sondern sie auch ohne Publikum vor Ort stattfindet, das haben wir bisher noch nicht gemacht, was einfach daran liegt, dass das in normalen Zeiten nicht sehr sinnvoll und auch unnötig ist.

Wann stand denn für Sie fest, dass die Verleihung der Comprix-Awards diesmal in dieser Form stattfinden muss?
Als Comprix-Beirat haben wir die ursprünglich für den 15. Mai geplante Veranstaltug im Kölner Tanzbrunnen zunächst erstmal auf den 11. September verschoben. Was man ja leicht vergisst: Zu diesem Zeitpunkt war man noch der Meinung, dass sich das Thema Corona in nicht allzu ferner Zukunft wieder erledigt haben wird. Spätestens Anfang Mai war dann aber wohl jedem klar, dass das so nicht sein wird, und dann haben wir darüber nachgedacht, was wir tun können.
Wir waren uns sehr schnell einig, dass es trotz Corona eine Preisverleihung geben muss. Denn es geht um eine ganz besondere Veranstaltung, die so etwas wie das jährliche Highlight einer ganzen Branche ist. Die Agenturen hatten ihre Arbeiten, in denen unglaublich viel Kreativität steckt, auch schon eingereicht. Da wäre es sehr schade, wenn es nicht auch eine der Qualität der Arbeiten entsprechende glanzvolle Veranstaltung geben würde.

Demnach gab es also keine Überlegungen, die Preisverleihung in diesem Jahr ausfallen zu lassen?
Als die Corona-Pandemie Deutschland erreichte, gab es zunächst eine Atmosphäre, die alle belastet hat. Diese erste Phase war von Bewegungslosigkeit gekennzeichnet. Aus der Unsicherheit heraus hat erstmal niemand irgendwelche Entscheidungen getroffen. Ich habe gegenüber der Comprix GbR als Veranstalter und dann im Beirat die Meinung vertreten, dass es ein ganz fatales Zeichen wäre, wenn ausgerechnet wir als Kreative nicht einen Weg finden, mit der Situation umzugehen. Zum Glück haben sich die anderen Verantwortlichen sehr schnell von der Idee begeistern lassen, die Preisverleihung digital durchzuführen. Wobei mir persönlich „medial“ besser gefällt, denn das Ganze soll am Ende für die Zuschauer wie eine Fernsehshow sein.
Im Beirat wurde dann sehr schnell entschieden, es so zu machen – viel schneller übrigens, als meine „normalen“ Businesskunden vergleichbare Entscheidungen getroffen haben. Es herrschte ziemlich schnell die Überzeugung „Wir ziehen alle an einem Strang und dann bekommen wr das auch hin!“. Das war meiner Meinung nach ganz entscheidend: Nicht abzuwarten, ob sich die Situation vielleicht doch noch bessert, sondern frühzeitig Nägel mit Köpfen zu machen und damit dann auch Planungssicherheit zu haben. Es gab ja in den letzten Monaten auch Preisverleihungen, bei denen man den Eindruck hatte, es wurde halt irgendwie durchgezogen, und genau das wollten wir nicht. Unser Ziel war von Anfang an, es so machen, dass das Publikum und die Preisträger am Ende im Idealfall sagen „Es war zwar anders als sonst, aber es war toll!“.

Der Comprix ist ja eine etablierte Veranstaltung mit einem Ablauf, den das Publikum über viele Jahre gewöhnt ist. Lässt sich dieser Ablauf medial mehr oder weniger 1:1 umsetzen?
Das geht logischerweise nicht, denn zum Beispiel hat schon alleine der Socializing-Aspekt zeitlich eine große Bedeutung. Beginnend mit der Ausstellung, für die wir viel Zeit einplanen, damit die Besucher sich die Nominierten in Ruhe anschauen können, und endend mit der Party, die meist bis tief in die Nacht geht. Das lässt sich medial einfach nicht umsetzen. Aber der Kern der Comprix-Gala war schon immer die Preisverleihung mit vielen Gewinnern, die wir den Menschen jedes Jahr in einer spannenden und sehr unterhaltsamen Form dargeboten haben.
Es gibt übrigens zwei klare Vorteile bei der medialen Preisverleihung. Zum einen können wesentlich mehr Menschen als Publikum teilnehmen, als dies im Tanzbrunnen der Fall gewesen wäre. Zum anderen werden die nominierten Arbeiten ca. eine Woche vor der Preisverleihung auf der Comprix-Homepage veröffentlicht, so dass sie, anders als sonst, für alle Interessierten zugänglich sein wird.

Aber die Preisverleihung als solche bleibt weitgehend unverändert?
Diesen Kern der Veranstaltung haben wir sowieso schon immer stringent und sehr eng gestaltet – wir haben kurzweilige Filme produziert, mit denen wir die Nominierten und die Gewinner vorgestellt haben, es gab immer die Übergabe der Awards in Verbindung mit kurzen Interviews der Preisträger und dazwischen unterschiedliche Showacts. Der eigentliche Preisverleihungsblock ist zwar der Höhepunkt der Veranstaltung, ist aber nicht nur kurzweilig, sondern auch kurz gehalten. Das bedeutet, an der Preisverleihung selbst müssen wir gar nicht so viel ändern, und alles andere – damit kommen wir zu dem Besonderen in diesem Jahr – wird teilweise dezentral stattfinden. Das heißt: Während andere Veranstaltungen aufgezeichnet werden und dem Publikum dann als Filme zur Verfügung gestellt werden, haben wir beim Comprix gesagt, dass er auf jeden Fall live übertragen werden soll, denn wir wollen mit dem Publikum interagieren. Man soll die Begeisterung der Preisträger miterleben können.

Wie wird die Show genau ablaufen?
Es wird eine Sendung von ca. 90 Minuten geben, und im Rahmen dieser Sendung werden wie sonst auch in drei Blöcken die Preise verliehen. Dazwischen wird es die Künstlerauftritte geben, und das sind internationale Künstler, die es gewohnt sind, nicht nur ein Live-Publikum, sondern auch vor Fernsehkameras zu begeistern. Wir werden auch ein einige wenige Talkgäste vor Ort haben, sehr wahrscheinlich aus den Reihen des Beirats, und dann werden wir aber auch immer wieder Gäste hinzuschalten. Wir wollen die Agenturen und ihre Kunden animieren, kleine – selbstverständlich coronagerechte – Veranstaltungen im Sinne von After-Work-Partys zu veranstalten. Wir hatten zunächst überlegt, diesbezüglich Vorgaben zu machen, haben uns aber dagegen entschieden, denn schließlich haben wir es mit Kreativagenturen und den Kreativabteilungen der Pharmafirmen zu tun.
Der Kreativität, wie die einzelnen Agenturen das umsetzen, sind keine Grenzen gesetzt. Wir wollen vielmehr die Kreativität anregen, es soll auch das ganz persönliche Empfinden herüberkommen, wie man mit der Situation umgeht. Da gibt es dann auch kein Falsch. Dadurch, dass sich die Agenturen so schon im Vorfeld intensiv mit der Veranstaltung befassen, bekommt das Ganze auch nochmal eine andere Wertgkeit, weil sich das Publikum und die Preisträger selbst viel stärker einbringen müssen.

Und dann schalten Sie in die einzelnen Agenturen?
Genau, alle sind über eine Streaming-Plattform interaktiv mit der Veranstaltung verbunden, so dass unser Moderator Wolfram Kons live Interviews führen kann, wir können aber zum Beispiel auch Reaktionen sehen. Ich stelle mir das ein bisschen wie beim Eurovision Song Contest vor, da sieht man ja auch zwischendurch immer mal wieder die gespannten Gesichter der Nominierten und es gibt Schalten zu den dezentralen Partys in den einzelnen Ländern.
In unserem Fall kann es sein, dass mal eine einzelne Person am Schreibtisch sitzt, in einem anderen Fall, wenn die entsprechende Agentur beispielsweise eine große Terrasse hat, kann es auch ein schönes Get-Together am Freitagabend sein.

Das Motto „No Limits“ wirkt in Zeiten von Corona einerseits ein bisschen paradox, aus einem andern Blickwinkel betrachtet aber auch sehr treffend.
Dieses Motto ist schon lange vor Corona entstanden. Wir suchen ja in jedem Jahr ein Motto, das einen Bezug zum Healthcare-Marketing an sich hat oder auch zur Veranstaltung selbst. „No Limits“ ist vor dem Hintergrund entstanden, dass die Healthcare-Branche in Sachen Kommunikation immer noch als ein bisschen vorsichtig gilt. Passend dazu hätte die nachmittägliche Fortbildungsveranstaltung Comprix Campus, die nun natürlich ausfallen muss, den Titel „Nur Mut“ gehabt. Es sollte um die Frage gehen, ob diese etwas sensible Branche mehr Mut zeigen sollte. Wir hatten beispielsweise den Chief Marketing Officer und Co-Founder von True Fruits, Nic Lecloux, verpflichtet, der immer wieder mit provozierender Werbung auffällt.
Vor diesem Hintergrund erschien uns das Motto „No Limits“ für die Abendveranstaltung als sehr passend. Nun setzt das Corona-Virus dem gesamten Leben enge Grenzen, da wirkt das Motto zunächst mal wie eine gewisse Verhöhnung angesichts dieser Situation. Doch dann haben wir gesagt „Genau so soll es sein!“, denn gerade in solchen Zeiten ist ein hohes Maß an Kreativität gefragt.
Gerade das kreative Denken darf in einer solchen Situation keine Schranken haben – und das schließt auch ein, das Leben in würdiger und toller Form zu bestreiten, ohne die gesetzten medizinischen Grenzen zu übertreten. Denn es hat sich ja bewahrheitet, dass diejenigen besonders gut durch die Krise kommen, die kreativ damit umgehen können. Das bedeutet keinesfalls, die einschränkenden Maßnahmen in Frage zu stellen, sondern sich in diesem Rahmen kreativ zu bewegen. So gesehen, hat es sich als das genau passende Motto erwiesen und es wird sich natürlich auch durch das Programm ziehen – in Form der Künstlerauftritte, aber auch in der Moderation von Wolfram Kons, der nicht nur äußerst eloquent und unterhaltsam ist, sondern durch seine morgendliche Magazinsendung und durch den RTL-Spendenmarathon über große Fernseherfahrung verfügt. Das kommt uns nun beim Comprix Medial sehr entgegen.

Machen Sie sich Sorgen, dass etwas schief gehen könnte?
Sorgen nicht, aber Respekt habe ich natürlich schon, zum Beispiel davor, dass technisch nicht alles glatt läuft. Ich freue mich schon sehr auf den 11. September und ich bin sehr stolz darauf, wie wir dieses Projekt als Comprix-Beirat umsetzen. Gerade in unserer Branche wäre es meiner Meinung nach ein Offenbarungseid gewesen, wenn wir gesagt hätten, wir ziehen das halt irgendwie durch, und nicht alles daran gesetzt hätten, ein tolles Erlebnis für die Preisträger und für das Publikum zu schaffen. Ich bin sicher, dass uns das gelingt.

Herr Bruchhäuser, vielen Dank für das Gespräch. <<

Weitere Informationen und Anmeldung zum Comprix Medial am 11. September 2020 unter www.comprix.de.

Ausgabe 08 / 2020

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