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Editorial

Ohne den Kitt geht‘s nicht

>> Ziemlich gut durch die Corona-Pandemie sind bis jetzt die Healthcare-Agenturen gekommen, so schildern es jedenfalls die Verantwortlichen vieler Agenturen. Zwar haben sicherlich viele Kunden Budgets im klassischen Bereich beschnitten, dafür haben sich aber insbesondere im digitalen Bereich neue Aufgaben ergeben, man denke nur an den Fortbildungs- und Kongressbereich und auch daran, dass die wegfallenden – oder zumindest stark reduzierten – Außendienstbesuche kompensiert werden mussten. Was den Agenturen aber sicherlich auch zugute kam: Agenturen müssen per se relativ agil und flexibel sein, so dass die Anpassung an die Gegebenheiten sicherlich leichter fiel als anderen Unternehmenstypen.

Doch so unproblematisch für die meisten das Umsteigen auf‘s Homeoffice war, in einem sind sich die Befragten einig: Auf Dauer fehlt etwas. Bei allen positiven Erfahrungen mit Homeoffice, virtuellen Konferenzplattformen und digitalen internen wie externen Austauschformaten verändere das Arbeiten auf Distanz das Unternehmensklima, dessen müsse man sich bewusst sein und dafür sehr sensible Antennen haben, sagt beispielsweise Franziska Thiele von DP-Medsystems. Und Florian Brnsdorf von Serviceplan Health stellt zwar im positiven Sinn fest, die Silos, über die man sich früher beschwert habe, seien von Corona „gnadenlos“ eingerissen worden, aber jetzt müsse man darauf achten, „keine ‚Wohnzimmer-Silos‘ aufzubauen, in denen sich Leute zu Hause verschanzen“.

Eine Art Kitt gibt es auch zwischen dem Arzneimittelhersteller InfectoPharm und seinen ärztlichen Zielgruppen, so beschreibt es Dr. Andreas Rauschenbach, Leiter Ärzteservice und Kommunikation, im Interview. Seit Gründung verzichtet das Unternehmen auf einen Außendienst – der war für das junge Unternehmen schlicht zu teuer – und setzt stattdessen mit dem „consilium“ auf einen produktneutralen Wissensservice und einen intensiven Austausch mit den Ärzt:innen. Ein nachhaltiges Erfolgsmodell, wie es scheint. Die Grundlage dafür klingt eigentlich ganz einfach. Rauschenbach: „Wir sind ansprechbar, wir sind interessiert, die Kommunikation verläuft auf Augenhöhe. Und wir hören nie auf, noch besser werden zu wollen!“

Der soziale Kitt bröckelt aber auch gesellschaftlich, wenn man sich die immer härtere Front zwischen Geimpften und Impfverweigerern ansieht. Und er bröckelt ebenso im Privaten, denn Freundschaften müssen gepflegt werden, was – zumindest auf Dauer – „remote“ schwierig ist. Letztes Jahr um diese Zeit dachten vielleicht einige, Adventszeit und Weihnachten ohne die lästigen Verwandtschaftsbesuche sind auch mal ganz nett – davon ausgehend, dass in diesem Jahr wieder alles anders ist. So kann man sich täuschen. Der ersehnte Impfstoff ist seit Monaten da, „gefühlt“ sind wir aber keinen Schritt weiter. Sogar die im letzten Jahr noch neue Abschiedsformel „Bleiben Sie gesund“ feiert in diesem Winter ein Comeback. Hoffen wir also auf 2022.

Auch im Namen meiner Kolleg:innen aus Redaktion und Anzeigenleitung wünsche ich Ihnen allen eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr! Passen Sie auf sich auf – und bleiben Sie gesund! <<

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre,

Ihr
Wolfgang Dame

Editorial

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Editorial 12/2021

Ohne den Kitt geht‘s nicht

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