Viele Menschen, die eine Amputation erleiden, leben mit chronischen Grunderkrankungen wie Diabetes oder pAVK. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit verengen oder blockieren sich die Blutgefäße, die die Beine mit Sauerstoff versorgen – mit der Folge, dass die Beinmuskulatur nicht mehr ausreichend durchblutet wird und es zu teils starken Schmerzen kommt. Eine Diabeteserkrankung begünstigt dabei häufig die Entstehung einer pAVK. Gleichzeitig ist Diabetes eine der häufigsten Ursachen für Fußamputationen – obwohl schätzungsweise 80 Prozent dieser Eingriffe vermeidbar wären.

Das Ausmaß des Problems in Deutschland verdeutlicht den dringenden Handlungsbedarf: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 8.048 Fälle von diabetesbedingten Major-Amputationen der unteren Gliedmaßen dokumentiert. Im selben Jahr wurden insgesamt 69.534 Amputationen der unteren Gliedmaßen durchgeführt, davon 16.943 Major-Amputationen.

Weltweit litten im Jahr 2019 113 Millionen Menschen im Alter von 40 Jahren und älter an pAVK.5 Bis 2030 wird laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) einer von zehn Europäer:innen an Diabetes erkranken.

Studien zeigen, dass in Deutschland die Revaskularisationsraten – also die operative Wiederherstellung des Blutflusses – bei Patient:innen mit ischämischen Amputationen der unteren Gliedmaßen nach wie vor niedrig sind. Dies weist auf erhebliches Potenzial hin, früher einzugreifen und Betroffene vor den gravierenden Folgen einer Amputation zu bewahren. Ein Drittel aller Amputierten lebt mit einer klinisch signifikanten Depression. Die pAVK trifft nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich: Frauen erleben einen schnelleren Rückgang der Lebensqualität als Männer. Studien zeigen zudem, die Raten diabetesbedingter Major-Amputationen in sozioökonomisch benachteiligten Regionen deutlich höher ausfallen – die Last der vermeidbaren Amputationen trifft damit vor allem die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen in Deutschland.

Die Initiative „AmpuNation” fordert mehr Aufklärung sowohl für Ärzt:innen als auch für Patient:innen, schnellere Diagnose- und Überweisungspfade, einheitliche Versorgungsstandards, breiteren Zugang zu Innovationen, die Gliedmaßen und Leben retten können.

„In meiner klinischen Praxis erlebe ich täglich die verheerenden Folgen von Amputationen für Patient:innen – nicht nur körperlich, sondern in allen Lebensbereichen. Sie verlieren nicht nur ein Gliedmaß, sondern ihre Selbstständigkeit, ihr Selbstvertrauen und oft auch den Lebenswillen im Kampf gegen ihre Erkrankung. In Deutschland ist wissenschaftlich belegt, dass frühere Revaskularisationen und Interventionen vielen Betroffenen dieses Schicksal ersparen könnten. Dafür brauchen wir einheitliche Behandlungspfade, mehr Aufklärung – sowohl bei Ärzt:innen als auch bei gefährdeten Patient:innen – sowie die Bereitschaft, innovative Lösungen zu nutzen, um vermeidbare Amputationen zu reduzieren. Die Kampagne AmpuNation bietet uns hier eine wichtige Plattform, um dieses Thema sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Gesundheitssystem zu verankern”, beschreibt Prof. Dr. Nasser Malyar, Leiter der Angiologie am Universitätsklinikum Münster, die Situation.

„Die Fotografie hat die Kraft, Menschen innehalten zu lassen und wirklich zu sehen, was sie sonst übersehen könnten. Die in dieser Kampagne porträtierten Menschen zeigen eine bemerkenswerte Offenheit und Stärke in der Art und Weise, wie sie mit ihrer Situation umgehen. Mir ist es wichtig, dass diese Bilder dazu beitragen, das Bewusstsein für die Risiken und Realitäten vermeidbarer Amputationen zu schärfen“, erklärt Kristian Schuller, Fotograf, seine Motivation, an der Kampagne mitzuwirken.

„Jede vermeidbare Amputation ist eine Tragödie, nicht nur für die Patient:in, sondern auch für die Angehörigen. Bei Abbott sind wir stolz darauf, die Initiative AmpuNation in Deutschland zu starten, um das Bewusstsein für die Anzeichen von pAVK zu schärfen und die Zahl der vermeidbaren Amputationen zu reduzieren“, kommentiert Marcus Bernschein, Regional Director Abbott Vascular DACH.

Die Kampagne wird mit einer Ausstellung der Bilder im Juni der Öffentlichkeit präsentiert. Unter https://vascular.abbott.com/ampunation-de.html wird es begleitende Informationen und Statements der Patient:innen geben.