Die Ergebnisse des Reports belegen, dass die zunehmende Nutzung von KI die medizinische Informationssuche verändert und klassische Kanäle der Pharmaindustrie weiter unter Druck setzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass der persönliche Kontakt weiterhin Bestand hat. 40 Prozent der Befragten geben an, dass der Pharmakontakt trotz zunehmender Verbreitung von KI wichtig bleibt.
Damit steht der Außendienst nicht vor dem Aus, aber vor einer klaren Neupositionierung: Weg vom reinen Informationskanal, hin zu einem Service- und Orientierungspartner, der echten Mehrwert im Praxis- und Klinikalltag bietet. Eine Wunschliste der Ärzteschaft ist ebenso im Facharztreport zu finden.
Trust Map: Landkarte für den ärztlichen Kanalmix
Ein zentrales Element des Facharztreports ist die Trust Map, die erstmals medizinische Informationskanäle in einer neuen Matrix verortet. Sie zeigt, welche Kanäle im ärztlichen Alltag häufig genutzt werden, welchen Quellen Ärztinnen und Ärzte vertrauen und welche Rolle das jeweilige Informationsbedürfnis spielt.
Damit liefert der Report eine neue Perspektive auf den Kanalmix: Nicht die alte Unterscheidung zwischen „digital“ und „analog“ steht im Vordergrund, sondern die Frage, welcher Kanal in welcher Situation relevant ist.
Die Trust Map macht sichtbar, dass häufige Nutzung nicht automatisch hohes Vertrauen bedeutet. Während beispielsweise KI-Chatbots und Social Media im Alltag zunehmend eine Rolle spielen, wird ihnen vergleichsweise wenig Vertrauen beigemessen. Besonders wertvoll werden Kanäle, die beides verbinden: hohe Verfügbarkeit und hohe fachliche Glaubwürdigkeit, wie beispielsweise Ärztenetzwerke.
Persönlicher Austausch gewinnt an Bedeutung
54 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte gehen davon aus, dass persönlicher Austausch künftig wichtiger wird. Gerade bei Therapieentscheidungen, Patientenfällen und der Einordnung komplexer medizinischer Informationen bleibt der Dialog im Fachkreis eine zentrale Säule.
Für Unternehmen bedeutet das: Kommunikation muss stärker darauf ausgerichtet sein, Orientierung zu ermöglichen – nicht nur Informationen zu verbreiten. Vertrauenswürdige Inhalte, medizinische Relevanz, fachliche Einordnung und Zugang zu Expertenwissen gewinnen weiter an Bedeutung.
Vertrauen entscheidet
Der Facharztreport erhebt, woran Ärztinnen und Ärzte Vertrauen in medizinische Inhalte festmachen. Die wichtigsten Kriterien sind: Fachliche Korrektheit, transparente Quellenangaben und ein klar erkennbarer, glaubwürdiger Absender.
Die Unabhängigkeit des Absenders ist damit weniger entscheidend als man vermuten könnte. Für jüngere Ärztinnen und Ärzte spielt vor allem die Aktualität von Informationen eine große Rolle.
Gegencheck-Umfrage unter Marketing-Verantwortlichen
Im Rahmen des Facharztreports 2026 hat coliquio nicht nur 1.340 Ärztinnen und und Ärzte befragt, sondern bestimmte Fragen auch 49 Marketing-Verantwortlichen aus der Pharmaindustrie vorgelegt. Dabei ging es darum, wie gut die Marketer die Wünsche und Erwartungen der Ärzteschaft tatsächlich antizipieren.
So zeigt sich beispielsweise bei der Frage, welche Kriterien wichtig sind, damit man einer medizinischen Information vertraut, eine große Übereinstimmung bei der Rangfolge. Auf den ersten drei Plätzen liegen sowohl bei HCPs als auch bei Industrievertretern „Fachliche Korrektheit & Qualität der Inhalte“, „Transparente Quellenangaben“ und „Expertise und Glaubwürdigkeit des Absenders“.
Größere Diskrepanzen gibt es aber zum Beispiel bei dem Thema, welche Bedeutung KI zukünftig in der ärztlichen Informationsbeschaffung haben wird. Bei zwei von drei abgefragten Aspekten unterschätzen die Marketers, welchen hohen Stellenwert die künstliche Intelligenz aus ärztlicher Sicht in Zukunft bei der Suche nach beruflichen Informationen haben wird (siehe Grafik unten).
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Für den Facharztreport 2026 wurden 1.340 Ärztinnen und Ärzte auf coliquio per Online-Fragebogen befragt. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 20. Januar und 20. Februar 2026.
Der Facharztreport steht kostenlos zum Download zur Verfügung: www.coliquio-insights.de/downloads/
