Den größten Mehrwert der Apps und Tracker sehen Verbraucherinnen und Verbraucher in den Bereichen Bewegung (23 %), Schlaf (10 %) und Ernährung (9 %). Medizinische Anwendungsfelder wie Herzgesundheit (7 %) oder Telemedizin (6 %) spielen auch hier eine geringere Rolle. Ganze 30 Prozent der Befragten nehmen keinen spürbaren Nutzen für ihre Gesundheit durch Smartphones oder Wearables wahr.

Obwohl digitale Gesundheitslösungen ein großes Potenzial für Prävention und Gesundheitsmanagement bieten, stoßen sie bei älteren Menschen auf geringeres Interesse. Während beispielsweise 80 Prozent der 25- bis 34- Jährigen eine Smartwatch nutzen oder deren Anschaffung in Betracht ziehen, trifft dies bei den Über-65-Jährigen nur auf 44 Prozent zu. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Erfassung persönlicher Gesundheitsdaten: Jüngere Befragte messen der Beobachtung ihrer Vitalwerte deutlich mehr Bedeutung bei als ältere Generationen. Über alle Altersgruppen hinweg bleibt eine einfache Bedienung die wichtigste Voraussetzung für die Nutzung digitaler Gesundheitsangebote (77 %). Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft begrenzt. Für jede in der Studie abgefragte Gesundheitsanwendung würde mehr als jeder Zweite kein Geld ausgeben wollen. Auch die Bereitschaft, in smarte Gesundheitsgeräte wie Fitness-Tracker, Smartwatches oder Gesundheitsringe zu investieren, sinkt mit zunehmendem Alter deutlich.

"Mobile-Health-Anwendungen werden derzeit vor allem von einer technologieaffinen Zielgruppe für einen gesunden Lebensstil genutzt", sagt Andreas Gentner, Leiter des Bereiches Telekommunikation, Medien und Technologie sowie Partner bei Deloitte. "Um deutlich mehr Menschen zu erreichen, müssen Anbieter den Fokus konsequent auf die Benutzerfreundlichkeit legen. Gerade ältere Menschen, die besonders von digitalen Gesundheitslösungen profitieren könnten, müssen stärker in den Mittelpunkt der Entwicklung gestellt werden."

Vernetzung von Gesundheitsdaten und ärztlicher Behandlung erwünscht

Das Potenzial für den Gesundheitsmarkt ist hoch, dabei ist das Risiko zur digitalen Selbstdiagnose gering. Bei wiederholt auffälligen Gesundheitswerten würde gut die Hälfte der Befragten (51%) zunächst einen Arzttermin vereinbaren. Knapp zwei von drei Personen (63%) sind außerdem bereit, Gesundheitsdaten von ihren Geräten mit ihren Ärztinnen und Ärzten zu teilen. Eine große Mehrheit von 83 Prozent bewertet den Einsatz ihrer Daten im Behandlungskontext positiv.

"Fitness-Tracker und Co. führen zum Arzt, nicht an ihm vorbei", sagt Ibo Teuber, Partner bei Deloitte und zuständig für den Gesundheitssektor. "Durch die intelligente Verknüpfung mit der bestehenden Gesundheitsversorgung könnten Mobile-Health-Anwendungen einen echten medizinischen Mehrwert entwickeln. Die große Bereitschaft, Gesundheitsdaten zu teilen, schafft dafür eine wichtige Grundlage."

Für die Deloitte Mobile Health Consumer Trends wurden 2.000 Menschen in Deutschland befragt. Die Erhebung fand online im Juli 2026 statt.