Herr Bruchhäuser, die COMPRIX-Preisverleihung 2026 wird nicht mehr im vertrauten Tanzbrunnen stattfinden, sondern Sie und Ihr Team haben mit der Halle Tor 2 eine neue Location ausgewählt. Was sprach aus Ihrer Sicht gegen den Tanzbrunnen? ?
Thomas Bruchhäuser: Die Entscheidung für einen anderen Veranstaltungsort ist keine gegen den Tanzbrunnen. Der Tanzbrunnen war über viele Jahre eine tolle Location und ein sehr guter Partner. Aber vor dem Hintergrund der Neuausrichtung und Modernisierung des COMPRIX war es der Wunsch des Beirates, auch beim Veranstaltungsort etwas zu verändern. Denn das Publikum bei der Preisverleihung ist nicht nur sehr heterogen, sondern der Anteil der Jüngeren ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Deshalb wollten wir, was die Location angeht, etwas „cooler“ werden. 
Marc Gille: Die COMPRIX-Gala findet ja im jährlichen Wechsel in Berlin und Köln statt. Wir wollen ganz bewusst einen stärkeren Kontrast zwischen der Preisverleihung in Berlin und der in Köln schaffen. In Berlin haben wir mit dem Tipi am Kanzleramt eine sehr klassische Location mit einer tollen Atmosphäre, die aber sehr bühnenbezogen ist, denn das klassische Spiegelzelt ist natürlich vor allem ein Theater. Mit der Halle Tor 2 setzen wir einen Kontrapunkt, denn das Ambiente ist schon alleine durch diese schöne, alte Industriearchitektur eine ganz andere. Wir haben dort eine Club-Atmosphäre – was natürlich auch wunderbar zum diesjährigen Motto „Club der Fantasie“ passt. Vor allem aber entspricht die Atmosphäre noch mehr dem Charakter der Veranstaltung. Denn neben der eigentlichen Preisverleihung ist dem COMPRIX-Publikum auch immer der Socializing- und Party-Aspekt sehr wichtig. Die Halle Tor 2 gehört ganz sicher deutschlandweit zu den angesagtesten Clubs. Ich glaube, es gibt wenig atmosphärisch „clubigere“ Eventlocations als diese.

Wird sich mit dem neuen Veranstaltungsort auch grundsätzlich etwas am Ablauf der Veranstaltung ändern?
Thomas Bruchhäuser: Ich denke, dass wir ein sehr gutes Format geschaffen haben. Preisverleihungen sind häufig für alle Beteiligten eine Tortur. Mit dem Wechsel zwischen Preisverleihungsblocks, Filmen, Show Acts und den Menü-Gängen sowie mit dem wunderbar unterhaltsamen und trotzdem intelligent und tiefgründig moderierenden Wolfram Kons haben wir es geschafft, dass die Veranstaltung nie als „lang-weilig“ im wahrsten Wortsinn empfunden wird. 
Marc Gille: Das bekommen wir so auch immer wieder bestätigt. Sowohl aus dem Publikum, aber beispielsweise auch von dem Betreiber des Tipi in Berlin. Dort finden viele Preisverleihungen statt und er hat uns schon mehrfach gesagt, der COMPRIX sei die beste Preisverleihung, die er kenne. Dass eine solche Veranstaltung kurzweilig und abwechslungsreich ist, ist schon alleine deshalb extrem wichtig, weil das jeweilige Publikum im Verleihungsmoment ja nicht zu den Gewinnern zählt – das liegt in der Natur einer jeden Preisverleihung. Die Award-Gewinner sind sowieso glücklich, aber alle anderen muss man mitnehmen und gut unterhalten, damit es für jeden ein schöner Abend ist. 

Kleinere Veränderungen wird es aber sicherlich geben, oder?
Marc Gille: Es wird sicherlich vorsichtige kleine Veränderungen geben, aber die Grundstruktur werden wir beibehalten, denn sie ist erfolgreich, weil sie kurzweilig ist. Allerdings werden wir den Socializing-Aspekt stärker berücksichtigen. Das ganze Publikum wird auf Barhockern an Hochtischen sitzen, weil wir Bewegung und Austausch zwischen den Award-Verleihungen fördern wollen. Denn wenn man durch die Reihen geht, ist man mit den Sitzenden immer auf Augenhöhe und kommt viel leichter ins Gespräch. Bei „normalen“ Tischen ist es so, dass entweder der eine aufstehen oder der andere sich bücken muss, was spontane Gespräche im Vorübergehen sehr erschwert. Mit Hochtischen findet eine ganz natürliche Vermischung zwischen denen, die an dem Tisch ihren Platz haben, und denen, die einfach mal dazu kommen, statt. 

Zu den einzelnen Show Acts wollen Sie sicherlich nichts verraten, aber wie ist vier Monate vor der Veranstaltung der Stand Ihrer Planung? Steht das Programm bereits? 
Thomas Bruchhäuser: Bei uns Kreativen fängt es immer schon an zu gären, wenn das Motto steht, denn dann haben wir bereits erste Ideen. Daher haben wir vieles auf dem Zettel und einiges angefragt. Aber im Prinzip sind wir tatsächlich jetzt in der heißen Phase. Zum Beispiel haben wir dem Beirat das Programm noch nicht vorgestellt, das geschieht aber demnächst. 
Marc Gille: „Club der Fantasie“ ist natürlich ein Motto, das uns zu einem tollen Programm verpflichtet. Was an der Halle Tor 2 toll ist: Es gibt dort sehr viele Möglichkeiten, mit Beleuchtung zu spielen. Das heißt, wir können dort schon alleine mit Licht sehr viel Atmosphäre schaffen und passend dazu wollen wir sehr atmosphärische Show Acts bringen, die den ganzen Raum bespielen. Das ist unsere Idee.

 

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Das movendi-Team Thomas Bruchhäuser, Marc Gille, Tamara Schorn und Anja Brzeski vor der Halle Tor 2 in Köln. Quelle: movendi

 

Als Event-Profis konzipieren Sie ganz unterschiedliche Veranstaltungsformate für verschiedenste Organisationen und Branchen. Welchen Stellenwert hat der COMPRIX für Sie?
Thomas Bruchhäuser: Der COMPRIX gehört zu unseren absoluten Lieblingsformaten und ist ein echtes Herzensprojekt. Das liegt zum einen natürlich daran, dass ich als Beiratsmitglied zum Kreis der Entscheider gehöre. Das heißt, ich bin von Anfang an in alle Entscheidungen eingebunden und verfüge über alle relevanten Informationen, die die Planung betreffen. Außerdem macht die Zusammenarbeit im Beirat und mit den Gesellschaftern großen Spaß. 
Das Besondere beim COMPRIX ist aber auch, dass wir uns in einem feststehenden Format immer wieder neu erfinden müssen. Das bereitet einem einerseits schlaflose Nächte, ist aber andererseits auch immer wieder eine einzigartige Aufgabe für das gesamte Team. Und es gibt noch eine weitere Besonderheit: Die COMPRIX-Preisverleihung besuchen vor allem andere Kreative. Das ist ein sehr anspruchsvolles Publikum und somit ein großer Ansporn für uns, immer wieder ein ganz besonders Programm auf die Beine zu stellen. 
Wir lieben diese Veranstaltung und freuen uns schon total darauf.

Herr Bruchhäuser, Herr Gille, vielen Dank für das Gespräch.