70 Prozent gehen davon aus, dass jeder Einzelne künftig mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen muss, weil das System seine Grenzen erreicht. Gleichzeitig plädieren 68 Prozent für eine Präventionswende: Statt reiner Krankheitsbehandlung wünschen sie einen stärkeren Fokus auf Vorsorge. 74 Prozent finden, dass gesundheitsbewusstes Verhalten stärker gefördert werden sollte – besonders die 25- bis 34-Jährigen unterstützen dies (82 %).
"Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich: Die Menschen in Deutschland sehen mehr Eigenverantwortung und einen stärkeren Fokus auf Prävention als zentrale Hebel für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem – Aspekte, die auch im Kontext von Longevity an Bedeutung gewinnen. Mit den richtigen Unterstützungsmaßnahmen kann daraus ein
echter Gamechanger werden", betont Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur.
Gesundheitsbewusstsein der 35- bis 44-Jährigen besonders ausgeprägt
Auffällig ist die Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen: Mehr als jeder Zweite (52 %) ist der Meinung, dass Menschen, die sehr gesund leben, niedrigere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen sollten – in der Gesamtbevölkerung sind es 42 Prozent. Auch sagen 74 Prozent der Befragten zwischen 35 und 44 Jahren, dass sie heute mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen als früher (gegenüber 65 % insgesamt), 54 Prozent sind zudem bereit, mehr Zeit, Geld oder Disziplin in ihre Gesundheit zu investieren (gegenüber 50 % aller Befragten).
"Diese Altersgruppe gehört zu einer Generation, die weiß, dass sie länger arbeiten und zusätzlich vorsorgen muss, weil sowohl Gesundheits- als auch Rentensystem künftig weniger leisten können", erläutert Sautter. "Damit spiegelt sich ein Bewusstsein wider, das nicht nur auf die eigene Gesundheit, sondern auch auf die langfristigen gesellschaftlichen Herausforderungen abzielt."
Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität
Obwohl sich eine Mehrheit der Menschen hierzulande einen Wandel hin zu mehr Vorsorge und weniger reiner Krankheitsbehandlung wünscht, bleibt die Bereitschaft, selbst aktiv in die Vorbeugung von Krankheiten zu investieren, begrenzt. Gut ein Drittel (36 %) gibt an, Vorsorge zwar wichtig zu finden, sie aber häufig aufzuschieben – das ist vor allem bei den Jüngeren der Fall (46 % bei 18- bis 24-Jährigen; 28 % bei 55+).
"Prävention einfacher und leichter zugänglich machen"
"Entscheidend ist, dass Menschen nicht nur länger, sondern vor allem gesünder leben – denn jedes zusätzliche gesunde Jahr erhöht die persönliche Lebensqualität und entlastet das System spürbar", betont Sautter. "Wir müssen Strukturen schaffen, die Prävention einfacher und leichter zugänglich machen, um im Alltag wirklich zu unterstützen. Wenn Prävention Priorität bekommt, gewinnt das ganze Gesundheitssystem. Fördern, fordern, belohnen, das ist aus unserer Sicht der Schlüssel."
