Prävention erreicht Höchstwerte – Anlasskauf verliert an Bedeutung

Eine deutliche Veränderung zeigt die Befragung in Richtung Prävention: 72 Prozent der OTC-Shopper geben an, Gesundheitsprodukte auch vorbeugend zu kaufen (+7 Prozentpunkte vs. Vorjahr). Der klassische Kauf aus akutem Anlass verliert dagegen an Bedeutung (-1,4 Prozentpunkte vs. Vorjahr). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele OTC-Shopper Gesundheit zunehmend als langfristige Investition und nicht ausschließlich als Reaktion auf Beschwerden betrachten.

Qualität und Offenheit für neue Inhaltsstoffe gewinnen

Gesundheit ist ein hohes Gut – und die Bereitschaft steigt, dafür Geld auszugeben: Rund ein Viertel der Befragten gibt an, lieber an anderer Stelle als bei Gesundheitsprodukten zu sparen (+4 Prozentpunkte vs. Vorjahr). Bei der Entscheidung für ein Produkt spielt Qualität eine wichtige Rolle: Mehr als die Hälfte der Befragten achtet auf Qualität, auch wenn das Produkt dadurch teurer ist (+2,5 Prozentpunkte vs. Vorjahr). Auch steigt das Interesse an neuen Inhaltsstoffen deutlich, um 10 Prozentpunkte vs. Vorjahr.

OTC-Warenkorb wird vielfältiger und präventiver

Die Befragten gaben an, in den letzten 12 Monaten im Durchschnitt Produkte aus 11,4 verschiedenen Gesundheits-Warengruppen gekauft zu haben. Im Vergleich: 2021 bedienten sich OTC-Shopper aus nur 5,1 Kategorien. Dabei profitieren nahezu alle OTC-Kategorien von dem wachsenden Interesse seitens der Shopper. Vor allem Produkte aus den Kategorien „Herz-Kreislauf“ (+14 Prozentpunkte vs. Vorjahr) landeten laut Aussagen der Befragten besonders oft im Warenkorb, gefolgt von „Sport/Fitness“ (+11 Prozentpunkte vs. Vorjahr), „innere Schönheit“ und „Haut-Haare-Nägel“ (je +9 Prozentpunkte vs. Vorjahr).

Die Ergebnisse legen nahe, dass sich OTC-Shopper mit einer breiteren Palette gesundheitsbezogener Themen beschäftigen und dabei unterschiedliche Produkte für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden nutzen.

Longevity erreicht den Mainstream

Ein medial sehr präsenter Trend ist Longevity – und die Befragung zeigt: Das Thema ist im Mainstream angekommen. Knapp 60 Prozent der befragten OTC-Shopper kennen den Begriff. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 17 Prozentpunkten und stellt damit einen der stärksten Awareness-Zuwächse innerhalb der gesamten Studie dar.

Dabei zeigt die Studie jedoch ein bemerkenswertes Detail: OTC-Shopper verbinden Longevity weniger mit speziellen Trendwirkstoffen als mit etablierten Wirkstoffen/Inhaltsstoffen. Am häufigsten werden Vitamin D, Protein, Omega-3-Fettsäuren und Kreatin im Zusammenhang mit Longevity genannt. Spezifische Longevity-Wirkstoffe wie NAD+, Resveratrol oder Quercetin spielen nach Angaben der Befragten bislang eine deutlich geringere Rolle. OTC-Shopper bringen mit Longevity vor allem Muskelerhalt, Zellgesundheit und Energieversorgung in Verbindung. Gesundheitliche Funktionsfähigkeit steht somit deutlich stärker im Fokus als klassische Anti-Aging- oder Schönheitsthemen.

OTC-Shopper kombinieren ihre Einkaufskanäle

Die Befragung zeigt des Weiteren eine ausgeprägte Nutzung und Kombination verschiedener Einkaufskanäle: Drei Viertel der Befragten gaben an, OTC-Produkte im Drogeriemarkt zu kaufen (+6 Prozentpunkte vs. Vorjahr). Auch der Apothekenkanal konnte im Vergleich zum Vorjahr seine Bedeutung als Einkaufskanal verteidigen, hier v.a. die Versandapotheke (+9 Prozentpunkte). Damit liegen in diesem Jahr stationäre und Versand-Apotheken mit jeweils 46 Prozentpunkten gleichauf.

Online-Plattformen wie Amazon, Versand-Drogeriemärkte oder Gesundheits-Onlineshops sind, laut Aussage der Befragten, im Vergleich zum Vorjahr in ihrer Bedeutung als Einkaufskanal für OTC-Produkte weiter leicht gewachsen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele OTC-Shopper unterschiedliche Einkaufsstätten je nach Bedarf kombinieren. Sie erwarten Gesundheits-lösungen dort, wo sie einkaufen, suchen oder sich informieren – daher bleibt der Mix an Einkaufsstätten wichtig.

Klassische Reichweiten bleiben stark – digitale Medien gewinnen an Bedeutung

OTC-Shopper sind auf unterschiedlichen Medien unterwegs – so lassen sich die Aussagen der Befragten zusammenfassen: TV ist weiterhin der meistgenutzte Medienkanal der Befragten. Social Media folgt dahinter. Innerhalb der Social-Media-Plattformen gewinnt TikTok im Laufe der Jahre für OTC-Shopper zunehmend an Relevanz. Aber auch Radio ist in Summe (Platz 4) stabil und gehört zu den häufig genutzten Kanälen – so die Ergebnisse der Befragung.

Zentrale Erkenntnis der Studie

Die OTC-Studie 2026 zeigt, dass OTC-Shopper Gesundheit im Sinne von „Healthy Ageing“ zunehmend langfristig und präventiv betrachten. Sie informieren sich aktiv, sind interessiert, nutzen unterschiedliche Einkaufskanäle und kaufen von Jahr zu Jahr aus immer mehr Kategorien rezeptfreien Gesundheitsprodukte.