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Die optimale Kombination zählt

05.11.2018 15:47
Der Markt für ärztliche Fortbildungen wächst. Nach wie vor stehen „Blended Learning“-Konzepte hoch im Kurs, also Kombinationen aus Präsenzveranstaltungen und digitalen Angeboten. Denn sie ermöglichen den Teilnehmern sowohl den gewünschten Austausch mit den Kollegen, bieten gleichzeitig aber auch Elemente, die zeitlich- und örtlich flexibel bearbeitet werden können. Im Zuge der Digitalisierung bieten Dinge wie Augmented und Virtual Reality zudem ganz neue Möglichkeiten, wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln.

>> Dass der Markt für ärztliche Fortbildungen wächst, können alle von „Pharma Relations“ befragte Experten bestätigen. So spricht beispielsweise Christiane Schrix, Head of Digital & Mobile bei der Kölner Agentur antwerpes, von einer stetig wachsenden Nachfrage, die man schon seit zwei bis drei Jahren bemerke. „Darauf haben wir reagiert und schon 2016 ein auf Medical Education spezialisiertes Team aufgestellt.“ Hier würden die Kunden von Naturwissenschaftlern betreut, die ihre Karriere nicht im Labor, sondern im Projektmanagement bzw. im kreativen Austausch mit den Kunden sähen. „So stellen wir eine Kommunikation auf medizinischer Augenhöhe sicher, was in der Projektentwicklung sehr wertvoll ist“, sagt Schrix.

Dr. Marc Esser, Geschäftsführer von co.medical in Berlin meint, man müsse diesbezüglich zwischen Präsenzfortbildungen, Printmedien und Online-Fortbildungen unterscheiden. „Mein Eindruck ist, dass vor allem der Markt für Online-Fortbildungen noch weiter wächst, auch wenn das Angebot hier bereits unübersichtlich geworden ist.“

Die Nachfrage der Pharmaindustrie an hochwertigen Fortbildungsmaßnahmen für Ärzte und medizinisches Fachpersonal sei tendenziell steigend, sagt Sarah Huch, Senior Project Manager und Account Manager bei Healthcare Convention (Garmisch-Partenkirchen). Dabei werde unter dem Aspekt der Compliance-Sicherheit immer größerer Wert auf Service, Qualität und Innovation gelegt, insbesondere im ganzheitlichen Veranstaltungsmanagement. Ein bedeutender Faktor bei der zunehmenden Nachfrage sei die Tatsache, dass die Ärzte CME-Punkte sammeln müssen, ein anderer, dass es auf Seite der Industrie neue Zulassungen und neue Therapieansätze gibt.

Fortbildung sei für Ärzte nach wie vor unerlässlich und von großer Wichtigkeit, stellt Petra Fritsch, Geschäftsführerin der Wiesbadener medpublico, fest. Einen wesentlichen Anteil nähmen dabei Präsenzveranstaltungen wie Tagungen, Kongresse oder Vorträge ein, denn neben der inhaltlichen Qualität stehe hier der direkte fachliche Austausch im Vordergrund. Aus Kosten- und Zeitgründen seien Ärzte jedoch immer stärker gefordert, zwischen der Vielzahl der angebotenen Veranstaltungen zu selektieren. „Zudem entscheiden sie sich häufig für zeitlich flexible Fortbildungsmöglichkeiten. Fachmedien zum Selbststudium haben dabei einen hohen Stellenwert. Zusätzlich werden Online-Angebote immer stärker genutzt“, so Fritsch. Allerdings seien Ärzte in ihren Fortbildungsgewohnheiten noch nicht so onlineaffin wie der Durchschnitt der Bevölkerung. „Der Wettbewerb um den Arzt als Fortbildungsteilnehmer verstärkt sich also mehr und mehr.“

Marco Dröge, Geschäftsführer von face to face in Köln (siehe auch Unternehmensporträt auf Seite 35) bestätigt die wachsende Nachfrage, merkt aber zusätzlich an, dass es „gravierende Veränderungen“ bezüglich der Dauer von Veranstaltungen gebe. „Während unsere Kunden früher meist mehrtägige Events nachfragten, stehen heute zunehmend Ein-Tages-Veranstaltungen im Fokus“, konstatiert Dröge. Entsprechend müsse das Wissen immer komprimierter und möglichst mittels digitaler Erlebnis-Elemente vermittelt werden. „Gerade jüngere Ärzte bringen eine größere Affinität für digitale Medien und Features mit. Diese gilt es zu überraschen und zu gewinnen – ohne die ‚ältere‘ Generation zu verlieren.“ Dafür entwickle man innovative Workshop-Methoden und Didaktiken, damit das Wissen in den Köpfen bleibe. Die Kunst sei, das Wissen so kompakt und convenient aufzubereiten, dass es den Nutzern, etwa Ärzten, Spaß mache, einen klaren Mehrwert auch für Patienten und Mitarbeiter biete, und sie zudem entscheiden könnten, wann und wo sie lernen. Auch wenn der persönliche Austausch für die Ärzte wichtig sei und bleibe, registriere man aber auch eine stärkere Nachfrage nach Online-Lösungen. Denn für die Pharmaunternehmen bedeute das eine Kontaktstreckenverlängerung oder -erweiterung zum Arzt, da dieser immer wieder bedarfsgerecht auf digitale Tools zurückgreifen könne. Daher beschäftige er sich zurzeit sehr intensiv mit solchen digitalen Tools und Lösungen wie Lernplattformen, Webinaren und Webcast-Lösungen, besonders in Verbindung mit einer angenehmen User-Experience und der Einhaltung der Regularien bezüglich der Zertifizierung.

Präsenz versus Online

Ärzte bevorzugen wegen der Möglichkeit des direkten Austauschs Präsenzfortbildungen, Online- und digitale Maßnahmen sind dagegen deutlich kostengünstiger anzubieten. Wie gelingt eine optimale Kombination dieser Kanäle, um den Anforderungen der Industrie auf der einen und den Wünschen der Ärzte auf der anderen Seite gerecht werden zu können?

Für Fritsch liegen die Anforderungen der Unternehmen und die Wünsche der Ärzte gar nicht so weit auseinander. Ärzte seien durchaus an digitalen Formaten interessiert, die ihnen mehr selbstbestimmtes Lernen erlauben – „Case Reports und Expertendiskussionen erfreuen sich dabei eines großen Interesses wie auch spielerische Wissensabfragen“. Im Grunde habe jedes Format seine eigenen Vorteile – für beide Seiten. Optimal seien das integrierte Lernen oder auch Blended Learning – also die Kombination von Präsenzveranstaltung und beispielsweise eLearning.

Immer häufiger würden Präsenzfortbildungen und Kongresse genutzt, um daraus via Zweitverwertung Online-CME-Fortbildungen zu generieren, stellt Esser fest. So könnten sich auch Ärzte fortbilden, die nicht zum Kongress fahren wollen. Besonders attraktiv sei dieses Angebot natürlich bei internationalen Kongressen. „In Zukunft erwarte ich eine noch stärkere Verschiebung hin zu Online-CME vor allem aus Kostengründen.“

Um die optimale Kombination anzubieten, gibt es aus Schrix‘ Sicht mehrere Möglichkeiten, ein „Zauberwort“ heiße aber sicher „Blended Learning“, denn die Mischung aus Präsenz- und Online-Angebot decke sehr viele Bedürfnisse der Ärzte ab. „Die Präsenzveranstaltungen stehen in unseren Projekten in den meisten Fällen am Anfang und am Ende einer Fortbildungseinheit. Die Auftaktveranstaltung in Form von Seminaren oder Workshops bindet die Teilnehmer, sodass die Nutzung der darauf folgenden eLearnings oder Virtual Classrooms hoch ist. Zum Abschluss gibt es dann erneut eine Präsenzveranstaltung, um einerseits einen Review auf das Gelernte abzusichern, andererseits um persönlichen Austausch untereinander und zum Trainer zu fördern.“ Die Nachfrage nach digitaler Fortbildung wird ihrer Meinung nach weiter steigen, denn immer mehr Ärzte würden die Flexibilität schätzen, dass sie sich bei digitalen Angeboten autark fortbilden können, und das auch noch ganz bequem von der heimischen Couch aus. „Dieser Trend wird sich fortsetzen, denn auch die Altersstruktur der Ärzte ist in ständigem Wandel. Der Nachwuchs ist digital native.“

Huch bestätigt, dass es bedingt durch den digitalen Wandel eine größere Bereitschaft zu digitalen und Online-Maßnahmen bei Fortbildungsveranstaltungen gebe. Sie organisiere immer häufiger größere Veranstaltungen, die beide Kanäle nutzen. Dabei handele es sich um Hybrid Events, bei denen man Fortbildungssymposien mit einer klassischen Präsenzveranstaltung anbiete und parallel zu einem Live-Stream der Veranstaltung einlade. „Somit ist es beiden Zielgruppen möglich teilzunehmen und auch über diese Plattform zu interagieren. Das Wichtigste hierbei ist, dass man den Teilnehmern die Auswahl bietet und sie selbst die Entscheidung treffen können, woraus sie mehr Nutzen ziehen.“

Die Verknüpfung von Off- und Online sei der beste Weg für die Kunden, findet auch Dröge. Zunehmend arbeite man diesbezüglich bei Events mit Virtual und Augmented Reality, etwa bei Event-Apps, die ein ständiger Begleiter der Kongressteilnehmer werden. „Damit erhalten sie nicht nur die üblichen Informationen, sondern können auch spielerisch durch die Veranstaltung navigieren und auf ganz neue Weise Lerninhalte erfahren.“ Daneben würden die Apps auch eine Gamification bieten sowie die Möglichkeit für ein interaktives Feedback. Trotz alledem sei er aber überzeugt, dass der kollegiale Austausch auf Tagungen, Fortbildungen und Kongressen immer einen hohen Wert haben werde.

Wie wichtig ist Produktneutralität?

Ganz wichtig ist bei Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte, dass diese produktneutral sind. Denn zum einen werden ihnen sonst die begehrten CME-Punkte vorenthalten, zum anderen heißt es häufig, dass Fortbildungsmaßnahmen von den Ärzten als nicht besonders glaubwürdig angesehen würden, wenn sie als werblich wahrgenommen werden. Inwiefern profitieren also Pharmaunternehmen als Veranstalter oder Sponsoren davon, Fortbildungsangebote zu machen?

Für Ärzte seien aktuelle Studiendaten immens wichtig, denn schließlich hätten sie den Beruf gewählt, um ihren Patienten nach dem neuesten Stand der Forschung zu helfen, sagt Dröge. Umgekehrt bekomme auch die Pharmaindustrie hilfreichen Input der Ärzte aus deren Praxis, der wiederum in die Forschung einfließe, was am Ende auch auf die Behandlung der Patienten positiven Einfluss nehme. „Letztlich ist es auch das, was uns als healthcare-spezialisierte Agentur mit unseren Kunden eint: Wir arbeiten gemeinsam auf eine maximale Streuung von Wissen hin, was Menschenleben positiv beeinflussen kann. Das sind auch die Kommunikationsziele: Studiendaten, Best-Practices, Patientenfälle und Vernetzung.“

Fritsch sagt, Pharmaunternehmen verstünden sich als glaubwürdiger Partner von Ärzten. Ihr Ziel sei also, Vertrauen aufzubauen und zu stärken. „Neben der Einhaltung von Kodizes und Transparenzerklärungen sind qualitativ hochwertige und neutrale Fortbildungsmaßnahmen sowie zuverlässige Informationsquellen existentiell für die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Hierzu gehören anerkannte Experten als Referenten, erstklassige Vorträge, gesicherte Studiendaten, neutrale wie auch produktspezifische Informationen, indikationsbezogenes Praxiswissen und Fallbeispiele oder Anwendungstrainings für Ärzte.“ Natürlich wollten oder müssten die Hersteller Ärzte auch über ihre Produkte und deren Anwendung in Form von Fortbildungsveranstaltungen informieren, wenn sie neu in den Markt eintreten oder eine Indikationserweiterung erhalten haben. Je sachlicher dies geschehe, desto glaubwürdiger sei der Hersteller und umso mehr wüchsen die Chancen dieses Unternehmens, seitens der Ärzte langfristig als Fortbildungspartner anerkannt zu werden, ist Fritsch überzeugt.

Huch betont zunächst, dass „wir alle“ davon profitieren, wenn das Wissen der Ärzte aktuell gehalten wird. Grundsätzlich müsse eine Veranstaltung auch nicht unbedingt eine Produktneutralität bieten, um für Ärzte interessant zu sein. „Sie ist Bedingung, um eine Zertifizierung zu erhalten und somit Fortbildungspunkte vergeben zu können. Die Themen und die Referenten sind entscheidende Erfolgsfaktoren für gut gefüllte Vortragssäle, auch ohne Produktneutralität.“ Es fänden unzählige nationale und internationale Meetings ohne sie statt, bei denen neben dem Wissenstransfer insbesondere der Austausch unter Kollegen und Pharmaberatern im Fokus stehe. „Der Nutzen der einladenden Pharmaindustrie besteht vordergründig darin, dass Wissenslevel von Healthcare Professionals und medizinischem Fachpersonal mit neuesten Studien und Erkenntnissen zu erweitern und das Bedürfnis und Vertrauen nach sicheren Medikamenten und Therapien zu erhöhen“, so Huch.

Man müsse dieses Thema von zwei Seiten betrachten, findet Schrix. Es gebe Fortbildungen, die dem Wissensaufbau zu einem ganz bestimmten Produkt dienen. Die Unternehmen verfolgten hier das Ziel, die Ärzte davon zu überzeugen, dass mit ihrem Produkt eine optimale Therapie in Indikation XY zu erzielen ist. Solange diese Fortbildungen nicht zertifiziert werden sollten, sei das auch absolut legitim. Meistens handele es sich dann aber um ein oder zwei eLearnings im login-geschützten Bereich der Unternehmens-Website und keine ganze Fortbildungsreihe. „Der Vorteil ist, dass man hier kurzweilige und unterhaltsame Module anbieten kann, die in Richtung Infotainment gehen. Mit einer solch modernen Kommunikation setzt das Unternehmen natürlich auch ein Zeichen, dass es mit der Zeit geht und nicht einfach ein seitenlanges PDF zur Verfügung stellt, welches die Zielgruppe mehr langweilt als positiv an das Unternehmen bindet“, sagt Schrix. Etwas anderes seien zertifizierte Schulungsangebote. Hier rate sie ganz klar zu Neutralität, denn wenn man von den Ärztekammern eine Bepunktung erhalten wolle, müsse man sich an die Spielregeln halten. Und auch wenn der Infotainment-Charakter hier geringer sei als bei den oben beschriebenen eLearnings, müssten zertifizierte Fortbildungsangebote trotzdem nicht spröde und zäh sein. „Die Unternehmen profitieren, wenn die Zielgruppe merkt, dass ‚Liebe zum Detail‘ in den Fortbildungselementen steckt.“

Unternehmen, die Innovationen auf den Markt bringen, hätten natürlich Interesse daran, darüber zu informieren, betont Esser. Und umgekehrt hätten auch Ärzte ein großes Interesse, ihr Wissen aktuell zu halten. Insofern sehe er hier eine klassische Win-win-Situation. Natürlich sollten Fortbildungen produktübergreifend sein, das wisse die Industrie aber und hierauf werde auch bei der Zertifizierung durch die Ärztekammern geachtet.

Zusatzangebote können Mehrwert bieten

Um den Ärzten neben den medizinisch-wissenschaftlichen Inhalten einen Mehrwert zu bieten, werden zum Teil auch andere Themen – zum Beispiel aus den Bereichen Praxismanagement oder Recht – in Fortbildungsangebote eingebettet. Solche Themen würden tatsächlich nachgefragt und zum Teil als Mehrwertthemen integriert, bestätigt Marco Dröge. Bei einer zertifizierten Fortbildung dürften sie aber nur einen geringen Anteil ausmachen. „Allerdings sind diese Themenkomplexe auf Online-Kanälen sehr beliebt, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten.“ Parallel zu den Angeboten der Industrie kümmerten sich aber auch die Verbände selbst sehr stark um „ihre Schäfchen“. Für Christiane Schrix besteht der Vorteil solcher „Zusatzangebote“ darin, dass sich die Unternehmen als serviceorientierte Partner positionieren und nicht nur zu Wirkstoffen und Leitlinien fortbilden, die im direkten Bezug zum eigenen Geschäft stehen, sondern den Ärzten helfen, ihren Alltag zu vereinfachen.

Petra Fritsch hat bei den Evaluierungen ihrer Fortbildungsmaßnahmen immer wieder festgestellt, dass vor allem Themen, die die tägliche Praxis erleichtern, von den Ärzten sehr positiv aufgenommen werden. Dazu würden abrechnungsrelevante Informationen oder Hilfestellungen bei verschreibungsrelevanten rechtlichen Fragen, wie zum Beispiel bei der Verordnung von Cannabinoiden oder von Orphan Drugs, zählen. Auch eine Unterstützung in der Patientenkommunikation oder therapiebegleitende Themen wie Raucherentwöhnung, Ernährung, Rehabilitation oder Physiotherapie böten einen Mehrwert und seien deshalb relevant. Interdisziplinarität sei immer hoch im Kurs und attraktiv, sagt Sarah Huch. Dies bedeute jedoch nicht, generell fachfremde Themen anbieten zu müssen, sondern oftmals einfach verschiedene Aspekte zu einem Krankheitsbild hinzuzuziehen, wie zum Beispiel einen Ernährungs-/oder Diabetesexperten zu einer Fortbildung für Neurologen.

Innovative Methoden

Die technologische Entwicklung – Stichwort Digitalisierung – eröffnet auch im Bereich der Fortbildung ganz neue Wege, beispielsweise in Form von Anwendungen aus den Bereichen Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Das Wichtigste bei der Entscheidung für solche innovativen Methoden wie VR oder AR sei die Effektivität, sagt Schrix. Wo sollen sie zum Einsatz kommen? Passen sie zu Thema und Zielgruppe? Eine VR, die medizinische Zusammenhänge besonders anschaulich und realitätsnah vermittele, könne ein Highlight auf jedem Kongressstand sein.

Dr. Marc Esser sieht bei VR ein enormes Potenzial, wenn es darum geht, Medical Education und Produktinformationen in Form von fesselnden Lernerlebnissen intelligent zu verzahnen. Momentan sei man bei co.medical dabei, ein Serious Game in der Kardiologie als CME-Fortbildung für den deutschen Markt zu launchen. Esser: „Bislang wurden Serious Games vor allem für Patienten eingesetzt, so dass wir mit einem Serious Game für Ärzte jetzt echtes Neuland betreten.“

Dröge berichtet von der beliebten Erstellung von Video-Snippets während der Fortbildung, um die herum eLearning-Elemente gestaltet werden. Aber auch Podcasts erfreuten sich immer größerer Beliebtheit. „Entscheidend für den Erfolg sind kreative, spannende Ansätze, etwa gut gemachte, vertiefende Webcasts als Expert-Talks oder Webinare, die tiefergehende Diskussionen ermöglichen.“ AR und VR machten es darüber hinaus möglich, Informationen und Wissen auf besonders eindrucksvolle Art zu vermitteln. Diese Art von Inhalten werde zunehmen, sobald die Erweiterungen der Erlebniswelt und der perspektivische Deep-Dive in unterschiedlichen Szenarien weniger kostspielig geworden seien.

Die Digitalisierung befinde sich auch in der Fortbildungsbranche im Aufwärtstrend, sagt Huch. Während allerdings VR-Anwendungen noch eher verhalten und dann vor allem auf Kongressständen eingesetzt würden, nehme die Anwendung von Living Surface, Participant Journey Trackings, digitalen Cubes und intelligenten Posterwänden, Apps und weiteren digitalen Tools zu.

Die Digitalisierung berge große Vorteile hinsichtlich Skalierbarkeit, Zeit- und Kostenersparnis sowie innovativen Gestaltungsmöglichkeiten, stellt Fritsch abschließend fest. Intuitiv nutzbar und mit interaktiven Elementen entsprächen sie dem modernen Arbeits- und Lernverhalten der Ärzte. „Selbstbestimmte Fortbildung in breiter Auswahl am eigenen Endgerät – jederzeit, überall.“ VR-Anwendungen seien zwar hoch attraktiv, jedoch seien sie auch mit großem technischem Aufwand auf Produktions- und auch auf Anwenderseite verbunden. Bei klassischen Präsenz- und Digitalformaten seien sie bislang noch relativ selten integriert, würden aber von Firmen schon häufig als Highlight zu Marketingzwecken eingesetzt. <<

Ausgabe 11 / 2018

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