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AMNOG - Bremst es die Forschung?

02.08.2011 12:03
Das AMNOG (Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes) könnte dazu führen, dass Gelder für die medizinische Forschung fehlen. Hierauf macht Prof. Dr. med. Dr. iur. Christian Dierks, Rechtsanwalt der Kanzlei Dierks + Bohle, Berlin, auf dem 12. Deutschen Medizinrechtstag aufmerksam.

"Die frühe Nutzenbewertung nach dem AMNOG wird das Preisgefüge für neue Arzneimittel in Deutschland und vielen Referenzpreisländern massiv verändern", so der Arzt und Rechtsanwalt. Damit könne es in erheblichem Maße Kosten im Gesundheitswesen einsparen. "Die Kehrseite aber ist, dass forschenden Pharma-Unternehmen durch das Gesetz eventuell Einnahmen fehlen, die sie sonst verwenden würden, um neue Medikamente zu entwickeln." Damit könne das AMNOG den medizinischen Fortschritt einschränken.

Über mögliche Folgen des AMNOG referiert Dierks auf dem 12. Deutschen Medizinrechtstag am 16. und 17. September im Deutschen Herzzentrum in Berlin. Darüber hinaus weist er in seinem Vortrag auf ungeklärte Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem AMNOG hin: "Die Gerichte werden sich bald auch mit Fragen zur Vergleichstherapie, zur Abschlagsberechnung und zur Aufspaltung von Teilindikationen befassen müssen".

Der Deutsche Medizinrechtstag ist das jährliche Symposium von Medizinrechtsanwälten und Ärzten. Referenten aus Justiz, Wissenschaft, Praxis, Verbänden und Politik betrachten je einen Themenkreis aus verschiedenen Perspektiven. Das Motto 2011: "Recht statt Vertrauen - Patientenrechte, EU-Richtlinie und die Praxis."