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Kampagne für die Verkürzung der Höchstarbeitszeiten

31.05.2022 22:20
Rund 7.000 Beschäftigte haben sich in den vergangenen Wochen an einer ver.di-Befragung zu den Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst beteiligt, die aktuell vom Umfragezentrum Bonn (uzbonn) im Detail ausgewertet werden. Schon die ersten Ergebnisse zeigten, dass akuter Handlungsbedarf bestehe. ver.di hat daher im kommunalen Rettungsdienst eine Kampagne für die Verkürzung der Höchstarbeitszeiten gestartet.

Die Dienstpläne seien nicht verlässlich: 91 Prozent der Befragten arbeiten mindestens einmal im Monat über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus. Bei fast der Hälfte trifft das sogar einmal pro Woche zu. Unzuverlässige Arbeitszeiten machen es schwer, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Das belastet. Ebenfalls belastend ist, dass fast alle Beschäftigten im Rettungsdienst – 95 Prozent – ihre gesetzlich vorgeschriebene Pause nicht immer wie vorgesehen nehmen können.

Die Folgen bekämen die Kolleginnen und Kollegen auch gesundheitlich zu spüren. Die hohe Belastung trage dazu bei, dass 84 Prozent fürchten, nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter im Beruf bleiben zu können. Das sei alarmierend. Für die Betroffenen könne das bedeuten, dass sie nach einem harten Arbeitsleben Rentenkürzungen hinnehmen müssen. Und für den Rettungsdienst insgesamt verstärkt sich der Fachkräftebedarf. Denn 58 Prozent der Retter:innen gehen davon aus, ihren Beruf maximal noch zehn Jahre auszuüben. Soll diese Lücke gefüllt werden, müssten sich die Bedingungen deutlich verbessern.

Ein Hebel hierfür sei die Begrenzung der ausufernden Arbeitszeiten. Im kommunalen Rettungsdienst hat ver.di deshalb eine Kampagne für die Verkürzung der Höchstarbeitszeiten gestartet. Im ersten Schritt soll die maximale Wochenarbeitszeit (inklusive Bereitschaftszeit) von 48 auf 44 Stunden reduziert werden. Denn mehr freie Zeit bedeutet mehr Möglichkeiten zur Regeneration und Freizeitgestaltung. Dieses Ziel will ver.di im öffentlichen Dienst angehen. Daher gilt es, Durchsetzungskraft aufzubauen. Denn bereits in der letzten Tarifrunde hat sich gezeigt, dass die kommunalen Arbeitgeberverbände Verbesserungen blockieren – wenn sie nicht dazu gezwungen werden.

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