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Fachärzte starten mit eigener COVID-19-Impf-App

16.02.2021 08:34
Das Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) stellt allen Ärztinnen und Ärzten sowie medizinischem Fachpersonal kostenfrei die DIFA1-App zur Erfassung aller Begleiterscheinungen der Schutzimpfung gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung. Damit sollen Effektivität und Sicherheit der Impfung unkompliziert dokumentiert und im Rahmen einer Kohortenstudie transparent ausgewertet werden.

Die erste Impfwelle gegen COVID-19 ist nun – nach ersten Anlaufschwierigkeiten – deutschlandweit in vollem Gange, verbunden mit der Aussicht und Hoffnung auf genügend Impfstoff in den kommenden Monaten. Mit dabei sind Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische Fachkräfte, die aufgrund ihres erhöhten Infektionsrisikos mit zu den priorisierten Empfängern der neuen Impfstoffe gehören. Trotz anwachsender Impfwilligkeit reißen unterdessen öffentliche Diskussionen in Hinblick auf die Sicherheit und – vor dem Hintergrund immer neuer Coronavirus-Varianten – vor allem auf die Schutzwirkung der neuen Impfstoffe nicht ab.

„Als Teil des Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) möchten wir mit der DIFA1-App unseren Teil zur breiten Erfassung und Bewertung von Impf-Daten im Sinne der Allgemeinheit und im Einklang mit der nationalen COVID-19-Impfstrategie des BMG beitragen“, erklärt Patrick Lieberkühn, Geschäftsführer des DIFA, dazu. Wir wollen mithelfen, die Datenlage auch zu Fragen „Wie lange schützt die Corona Impfung?“, „Schützt sie auch zuverlässig gegen die neuen Coronavirus-Varianten?“ und „Gibt es diesbezüglich Unterschiede bei den Impfstoffen?“ zu verbessern.

Hierzu stellt das DIFA gemeinsam mit seinem Technologie- und Innovationspartner, dem Digital Health-Startup docdok.health, allen Ärztinnen und Ärzten sowie ihren MitarbeiterInnen die DIFA1-App kostenfrei zur Verfügung. In der App könnten nach einer Impfung Begleiterscheinungen einfach dokumentiert werden. Über einen intelligenten Chatbot würden alle relevanten Angaben zum richtigen Zeitpunkt erfragt. Dies ermögliche eine spezifische Datenerhebung in regelmäßigen Abständen ab dem Impftag. So werde unkompliziert und schnell eine Datenbasis erhoben, die über einen Zeitraum von 12 Monaten nach der Impfung neben unerwünschten Wirkungen vor allem auch Informationen zur Effektivität im Schutz vor Infektionen liefere.

Es fehlten u.a. ausreichende evidenzbasierte Informationen über die Effektivität der Impfstoffe gegenüber den u.a. aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien gemeldeten Mutationen des Virus, da diese nicht Gegenstand der klinischen Zulassungsstudien der Impfstoffe im letzten Jahr waren. Die Antworten der geimpften Gesundheitsfachpersonen sollen mit deren expliziten Zustimmung in der DIFA1-App strukturiert erfasst, de-identifiziert und können anschließend ausgewertet werden. Die Beratung durch die Ethikkommission sei bereits erfolgt. Die Hinweise der Kommission der ÄK Berlin würden in die Studienunterlagen übernommen, dann könne die Studie beginnen. Die Daten könnten Institutionen des Gesundheitswesens zur Verfügung gestellt werden.

Zusätzlich ist eine Terminerinnerungsfunktion für die Folgeimpfung implementiert. Dr. Kerstin Bode-Greuel, ärztliche Geschäftsführerin des DIFA: „Es liegt im Interesse aller, für Transparenz und gesicherte Erkenntnisse durch qualitativ hochwertige Daten rund um die COVID-19-Impfung zu sorgen.“ Mit den zu erwartenden Ergebnissen können Bedenken und Vorbehalte ausgeräumt und eine breite Akzeptanz der Schutzimpfungen erreicht werden. Wünschenswert wäre eine weitere Verwendung und Fortentwicklung der App auch über die Anwendung im medizinischen Bereich hinaus hin zu den Patienten, für die über geeignete Erweiterungen, beispielsweise durch Verbindung mit den Terminbuchungssystemen, ein deutlicher Mehrwert für das Gesundheitssystem durch eine Vereinfachung der Prozesse geschaffen werden könnte.

Nach erfolgreichem Roll-Out der DIFA1-Studien-App bei Gesundheitsfachpersonen soll diese CE-zertifizierte App über die Anwendung im medizinischen Bereich hinaus auch hin zu den Patienten eingesetzt werden.

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