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Stada Gesundheitsreport 2019: Deutsche oft kritisch

15.05.2019 15:33
Organspende, Gentest oder die Operation durch Dr. Roboter: Der Stada Gesundheitsreport 2019 fragt viele Themen ab und will damit einen Beitrag zur Zukunft der Gesundheit leisten. Für die Studie wurden 18.000 Menschen in neun europäischen Ländern zu ihren Einstellungen und Wünschen befragt.

Ein Fokus im Stada Gesundheitsreport 2019, für den nach Angaben des Unternehmens durch Kantar Health  jeweils rund 2.000 Bürger aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Serbien, Spanien und dem Vereinigten Königreich Rede uns Antwort standen, lag unter anderem auf der Frage, wie offen die verschiedenen Nationen gegenüber neuen Trends in der Medizin sind und wie sehr sie noch auf die klassische Medizin vertrauen.

Ergebnis: Die Deutschen schnitten in beiden Punkten unterdurchschnittlich ab. Würde der Arzt zum Beispiel einen Gentest empfehlen, um Gesundheitsrisiken besser abschätzen zu können und eine bessere Behandlung anzubieten, würden nur 42 Prozent vorbehaltlos zustimmen. In allen anderen befragten Ländern liegt der Wert den Umfragewerten zufolge bei über 60 Prozent. Besonders skeptisch sind deutsche Frauen und die Befragten zwischen 35 und 49 Jahren, von ihnen würden nur 39 bzw. 37 Prozent vorbehaltlos zustimmen.

Das aktuell diskutierte Thema Organspende ist auch Thema im Gesundheitsreport. 63 Prozent der Deutschen wären Organspender, wenn sie diesen Status automatisch von Geburt an hätten. Tatsächlich besäßen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aktuell aber nur 36 Prozent der Bundesbürger einen Organspenderausweis. Diese große Lücke sei der "Zustimmungslösung" geschuldet. Viele Menschen in Ländern mit "Widerspruchslösung" kritisieren das deutsche System, sie halten die Organspende für ihre Pflicht.

Ein kritisches Bild zeigt sich bei anderen zukunftsrelevanten Fragen: 49 Prozent der Bundesbürger können sich vorstellen, vom Arzt eine Diagnose via Webcam zu bekommen. Nur in Belgien sind noch weniger Menschen offen für die zeitsparende Art der Kommunikation mit dem Arzt. Biosensoren zur Überwachung von Gesundheitsdaten würden 29 Prozent der Deutschen nutzen, im europäischen Durchschnitt sind es 38 Prozent, Spitzenreiter ist Spanien mit 49 Prozent. Beim Blick in die fernere Zukunft lehnt jeder zweite Deutsche eine Operation von einem Roboter kategorisch ab. Nur in Serbien sind es noch mehr. In Italien beispielsweise würden sich zwei Drittel der Bevölkerung vom Roboter operieren lassen. Besonders skeptisch in Deutschland sind in diesem Punkt wieder Frauen - von ihnen würden sich nur 42 Prozent von Dr. Roboter operieren lassen.

Großer Skepsis muss sich darüber hinaus die Schulmedizin ausgesetzt sehen: Nur 23 Prozent der Bundesbürger vertrauen der klassischen Medizin völlig, 39 Prozent vertrauen ihr immerhin im Großen und Ganzen. Besonders misstrauisch sind erneut Frauen und die Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen, also diejenigen, die auch den Gentest am häufigsten kategorisch ablehnen. Im Ländervergleich haben nur Russland, Polen und Serbien noch weniger Vertrauen in die Schulmedizin. Trendforscher Sven Gábor Jánszky geht davon aus, dass dieser Trend weiter anhält: "Das liegt am Megatrend der Individualisierung.

Die Schulmedizin folgt heute immer noch oft dem Prinzip ,One fits all'. Aber die Menschen wissen, wie unterschiedlich und individuell sie und ihre Körper sind. In diese Gefühlslage passt dann die Idee, dass es nur eine Standard-Medikamentation für eine Diagnose gibt, nicht mehr hinein." Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass 49 Prozent auf Hausmittel wie Hühnerbrühe oder Wärmflasche im Krankheitsfall zurückgreifen, der mit Abstand höchste Wert in allen neun befragten Ländern.

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