Dafür hat das Institut IFAK Markt- und Sozialforschung die Antworten von 2.566 befragten Fachärztinnen und Fachärzten ausgewertet. Neben Leistungsdaten für die Titelauswahl finden sich umfangreiche Insights über das Mediennutzungs-, Informations- und Fortbildungsverhalten der Spezialisten in Klinik und Praxis. Zum ersten Mal wurden dabei repräsentative Daten über die Nutzung von KI-Anfragen im medizinischen Kontext erhoben.
Die Fachpresse als Basis
Im Fokus der Studie standen die medizinischen Fachzeitschriften, die sich auf folgende Fachgebiete spezialisiert haben: Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Innere Medizin, Neurologie/Psychiatrie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Pädiatrie und Urologie. Neben dem klassischen Reichweitenwert LpA (Leser pro Ausgabe) wurden auch die Kernleser-Werte sowie die Leser-Blatt-Bindung der Titel ermittelt. Zusammen sind diese Basiswerte relevante Kriterien für die zielgruppenspezifische Medienauswahl in der Mediaplanung.
Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2024 geben die Reichweiten bei den meisten Titeln leicht nach, der Rückgang bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich. „Diese Entwicklung des leichten Rückgangs der Reichweitenwerte beobachten wir schon länger und auch in anderen Medienmärkten“, erläutert Sören Winzer, Projektleiter und Geschäftsführer von IFAK. „Dabei sind die Reichweiten der medizinischen Fachtitel aber immer noch sehr hoch und es gibt keine Anzeichen, dass der Medienkanal Fachzeitschrift von den Ärzten durch andere Medien ersetzt wird. Vielmehr kombinieren die Fachärztinnen und Fachärzte die verschiedenen Informationsquellen und verlassen sich nicht nur auf eine Quelle.“
„Es gibt praktisch keinen Facharzt, der nicht durch wenigstens einen der geprüften Titel erreicht wird.“ weist Stephan Kröck, LA-MED-Vorstand und Geschäftsführer MedTrix, auf ein Detail der Ergebnisdaten hin und ergänzt: „Dabei ist die Titellandschaft in jeder Fachgruppe unterschiedlich und jeder Titel hat sein eigenes Profil und seine eigene Entwicklung.“ Jens Dessin, Springer Medizin und Leiter der LA-MED-Projektgruppe Studien, kommentiert: “Je nach Kommunikationsaufgabe lohnt sich daher der Blick auf die Details, um zielorientiert zu differenzieren. Die Facharzt-Studie liefert den Datenpool für diese Detail-Analyse.“
Print, Präsenz und Digital: Fachzeitschriften führend, KI-Anfragen erweitern das Spektrum
Trotz leicht sinkender Reichweiten der einzelnen Titel zeigen die weiteren Daten der Facharzt-Studie für die Mediengattung medizinische Fachzeitschrift eine konstant hohe Relevanz und Nutzung. Sowohl als generelle berufliche Informationsquelle wie auch für die Fortbildung und im Versorgungsalltag gehört die Fachzeitschrift zu den führenden Quellen. Den Fachärztinnen und Fachärzten steht dabei ein sehr umfangreiches und vielfältiges Angebot für ihre berufliche Information zur Verfügung, welches genutzt und crossmedial kombiniert wird.
Bei den generell genutzten beruflichen Informationsquellen führen die Fachzeitschriften vor den Kollegengesprächen und Tagungen / Kongressen die Top-Drei an, dahinter liegen Fachbücher und Fach-Websites nun fast gleichauf. Vor zwei Jahren lagen diese Quellen mit 39,9% (Fachbücher, heute 34,8%) und 31,2% (Fach-Websites heute 33,4%) noch weiter auseinander.
Touchpoint Relevanz-Check erhebt erstmals auch KI-Nutzung
Geht es im Praxisalltag um relevante Informationen über neue Therapieoptionen, zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier wird das Top-Trio von Kongressen und Kollegengesprächen angeführt, gefolgt von den deutschsprachigen Fachzeitschriften. Internet-Recherche via Suchmaschinen sowie in Online-Archiven folgen im Relevanz-Ranking der Informationsquellen.
Erstmals stand im Touchpoint-Relevanz-Check auch die KI-Anfrage (via Google-Gemini, ChatGPT, Copilot etc.) zur Auswahl und landete direkt im Mittelfeld: Für 46% der Fachärzte ist die KI-Anfrage eine relevante Informationsquelle bei neuen Therapien, für 10,3% gehört sie hierbei zu den drei bevorzugten Quellen.
Die vollständigen Studiendaten der Facharzt-Studie 2026 haben die LA-MED-Mitgliedsunternehmen exklusiv erhalten. Auszüge werden in Kürze auf LA-MED.de zum Download bereitstehen.
