Sorgearbeit wird politisch weiterhin unterschätzt. Die strukturellen Rahmenbedingungen führen dazu, dass Sorgearbeit Leistende systematisch überlastet und gesundheitlich belastet sind. So habe jede vierte Mutter in Deutschland einen dringenden Bedarf an einer stationären medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme. Gleichzeitig setzten Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem genau hier an und drohten, diese Versorgung weiter einzuschränken.
Care-Manifest: Politische Verbindlichkeit für Sorgearbeit Leistende
Mit dem Start der Kampagne veröffentlicht das Müttergenesungswerk ein Care-Manifest, das konkrete Forderungen und Lösungsansätze bündelt. Es bildet die Grundlage für ein politisches Agenda-Setting, das Sorgearbeit als systemrelevante Leistung anerkennt und priorisiert – für bessere Rahmenbedingungen und politische Verbindlichkeit. Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen sind eingeladen, das Manifest zu unterzeichnen und gemeinsam ein starkes Signal zu setzen.
Zentrale Forderungen des Manifests: Sorgearbeit muss verbindlich als systemrelevante Leistung anerkannt und in allen politischen Entscheidungen mitgedacht werden – etwa durch ein eigenes nationales Gesundheitsziel für Sorgearbeit Leistende. Gleichzeitig braucht es eine verlässliche Sicherung und den gezielten Ausbau der Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen im Müttergenesungswerk, um gesundheitliche Versorgung von Sorgearbeit Leistenden sicherzustellen. Zugangsbarrieren müssen zudem abgebaut, um eine diskriminierungsfreie und gleichberechtigte Inanspruchnahme des gesetzlichen Anspruchs auf diese Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Hierzu braucht es transparente Informationen und einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Beratung, damit Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Das MGW belegt mit aktuellen Daten: Ohne eine flächendeckende gesundheitliche Versorgung von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen steigen langfristig die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgekosten erheblich. Daher sei Prävention ist nicht nur sozial geboten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.
Gesundheit ist Infrastruktur – keine optionale Zusatzleistung
Das Müttergenesungswerk macht seit Jahrzehnten deutlich: Gesundheit von Sorgearbeit Leistenden ist keine private Angelegenheit, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die gesundheitliche Versorgung von Sorgearbeit Leistenden darf nicht zum Sparposten in Haushaltsdebatten werden. Denn die Gesundheit derjenigen, die das soziale Fundament dieses Landes tragen, sei nicht verhandelbar.
Doch gerade aktuelle politische Debatten zeigen, wie fragil die bestehenden Unterstützungssysteme sind. „Wir erleben immer wieder Versuche, an genau den Stellen zu kürzen, an denen es um Prävention, Rehabilitation und langfristige Gesundheit von Sorgearbeit Leistenden geht“, so Rebekka Rupprecht, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks. „Das gefährdet nicht nur einzelne Menschen, sondern das gesamte System. Aktuell fließen gerade einmal 18 Cent von 100 Euro der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter. Diese Schieflage wird politisch gebilligt, obwohl sie politisch veränderbar ist.“
Kampagnenstart zum Muttertag – gesellschaftliche Unterstützung gefragt
Der Kampagnenstart zum Muttertag ist bewusst gewählt: Der Muttertag ist für das Müttergenesungswerk ein zentraler Tag, um Aufmerksamkeit insbesondere auf die gesundheitliche Lage von Müttern zu lenken. Sie leisten immer noch den Großteil der Sorgearbeit in Deutschland. Parallel beginnt die jährliche Muttertagssammlung des Müttergenesungswerks, bei der das MGW zum Spenden aufruft. Denn als spendenfinanzierte Organisation ist das Müttergenesungswerk auf Unterstützung angewiesen, um sich für Mütter, Väter und pflegende Angehörige stark zu machen.
Das Müttergenesungswerk ruft daher dazu auf, Sorgearbeit nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich aktiv zu unterstützen – durch Spenden, Engagement und Teilen der Kampagne.
