Dafür hat das Institut IFAK Markt- und Sozialforschung die Antworten von 2.566 befragten Fachärztinnen und Fachärzten ausgewertet. Neben Leistungsdaten für die Titelauswahl finden sich umfangreiche Insights über das Mediennutzungs-, Informations- und Fortbildungsverhalten der Spezialisten in Klinik und Praxis. Zum ersten Mal wurden dabei repräsentative Daten über die Nutzung von KI-Anfragen im medizinischen Kontext erhoben.
Mit der 20. LA-MED Facharzt-Studie legt die Arbeitsgemeinschaft LA-MED in diesem Jahr ein weiteres Kapitel dieser Studienreihe vor, die seit 1990 mit großer Konstanz Leistungsdaten ermittelt, um den zielgruppenfokussierten, differenzierten und effektiven Einsatz von Media-Etats zu ermöglichen. Marcus Leimeister, LA-MED-Vorstand und Mitglied des Management Boards der Agentur WEFRA LIFE vergleicht daher auch die Facharzt-Studie mit einem Leuchtturm: „Wir haben uns in der Branche daran gewöhnt, dass das regelmäßige Licht-Signal der Studie den Weg weist und Standortbestimmung ermöglicht. Das mag vielleicht nicht mehr so aufregend sein – aber ohne dieses Signal navigiert man blind und läuft Gefahr, orientierungslos zu stranden.“
Das Studiendesign wurde im Laufe der Jahre immer konsequent an den Standards des ZAW-Rahmenschemas für Werbeträgeranalysen ausgerichtet und an die Entwicklungen in der Medien- und Marktforschungsbranche angepasst. Das zeigt sich unter anderem auch in der Nutzung der Fragebögen – mittlerweile verwenden 30% der Fachärztinnen und Fachärzte den Online-Fragebogen für die Auskünfte zu ihrer beruflichen Mediennutzung. LA-MED Vorstandssprecherin Dr. Monika von Berg (mm medizin + medien Verlag) betont: „Ein Marktforschungsprojekt von solch beträchtlichem Umfang ist in wirtschaftlich unsicheren Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Wir danken daher den Aktiven der LA-MED-Studiengruppe und dem Institut IFAK für ihr Engagement und den Facharzt-Verlagen in der LA-MED, die die Finanzierung erneut gemeinschaftlich möglich gemacht haben.“
Aus Sicht der Werbetreibenden beschreibt LA-MED-Vorstand Dr. Stephan Frings, Grünenthal, den Stellenwert der aktuellen Daten: „In einem immer datenbasierter werdenden Marktumfeld ist die Facharzt-Studie ein unverzichtbarer Baustein für die Kommunikation mit den Fachärztinnen und Fachärzten. Besonders freut mich, dass wir mit der erstmaligen Einbeziehung der KI-Nutzung von Ärztinnen und Ärzten ein hochaktuelles Thema in die Studie aufgenommen haben.“
Die Fachpresse bildet die Basis
Im Fokus der Studie standen die medizinischen Fachzeitschriften, die sich auf folgende Fachgebiete spezialisiert haben: Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Innere Medizin, Neurologie/Psychiatrie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Pädiatrie und Urologie. Neben dem klassischen Reichweitenwert LpA (Leser pro Ausgabe) wurden auch die Kernleser-Werte sowie die Leser-Blatt-Bindung der Titel ermittelt. Zusammen sind diese Basiswerte relevante Kriterien für die zielgruppenspezifische Medienauswahl in der Mediaplanung.
Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2024 geben die Reichweiten bei den meisten Titeln leicht nach, der Rückgang bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich. „Diese Entwicklung des leichten Rückgangs der Reichweitenwerte beobachten wir schon länger und auch in anderen Medienmärkten“, erläutert Sören Winzer, Projektleiter und Geschäftsführer von IFAK. „Dabei sind die Reichweiten der medizinischen Fachtitel aber immer noch sehr hoch und es gibt keine Anzeichen, dass der Medienkanal Fachzeitschrift von den Ärzten durch andere Medien ersetzt wird. Vielmehr kombinieren die Fachärztinnen und Fachärzte die verschiedenen Informationsquellen und verlassen sich nicht nur auf eine Quelle.“
Im Gesamtdurchschnitt erreichen die Fachtitel einen LpA von 47 %. Die Spitzenreiter der jeweiligen Fachgruppen erzielen dabei bis zu 83% LpA, werden also von bis zu 83% der Zielgruppe regelmäßig gelesen.
„Es gibt praktisch keinen Facharzt, der nicht durch wenigstens einen der geprüften Titel erreicht wird“, weist Stephan Kröck, LA-MED-Vorstand und Geschäftsführer MedTrix, auf ein Detail der Ergebnisdaten hin und ergänzt: „Dabei ist die Titellandschaft in jeder Fachgruppe unterschiedlich und jeder Titel hat sein eigenes Profil und seine eigene Entwicklung.“ Jens Dessin, Springer Medizin und Leiter der LA-MED-Projektgruppe Studien, kommentiert: „Je nach Kommunikationsaufgabe lohnt sich daher der Blick auf die Details, um zielorientiert zu differenzieren. Die Facharzt-Studie liefert den Datenpool für diese Detail-Analyse.“
Print, Präsenz und Digital: Fachzeitschriften führend
Trotz leicht sinkender Reichweiten der einzelnen Titel zeigen die weiteren Daten der Facharzt-Studie für die Mediengattung medizinische Fachzeitschrift eine konstant hohe Relevanz und Nutzung. Sowohl als generelle berufliche Informationsquelle wie auch für die Fortbildung und im Versorgungsalltag gehört die Fachzeitschrift zu den führenden Quellen, wobei den Fachärzt:innen ein sehr umfangreiches und vielfältiges Angebot für ihre berufliche Information zur Verfügung steht, das genutzt und crossmedial kombiniert wird.
Bei den generell genutzten beruflichen Informationsquellen führen die Fachzeitschriften vor den Kollegengesprächen und Tagungen/Kongressen die Top-Drei an, dahinter liegen Fachbücher und Fach-Websites nun fast gleichauf. Vor zwei Jahren lagen diese Quellen mit 39,9 % (Fachbücher, heute 34,8 %) und 31,2 % (Fach-Websites heute 33,4 %) noch weiter auseinander.
Touchpoint Relevanz-Check erhebt erstmals KI-Nutzung

Quelle: LA-MED Facharzt-Studie 2026
Geht es im Praxisalltag um relevante Informationen über neue Therapieoptionen, zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier wird das Top-Trio von Kongressen und Kollegengesprächen angeführt, gefolgt von den deutschsprachigen Fachzeitschriften. Internet-Recherche via Suchmaschinen sowie in Online-Archiven folgen im Relevanz-Ranking der Informationsquellen.
Bemerkenswert: Erstmals stand im Touch-point-Relevanz-Check auch die KI-Anfrage (via Google-Gemini, ChatGPT, Copilot etc.) zur Auswahl und landete direkt im Mittelfeld: Für 46 % der Fachärzte ist die KI-Anfrage eine relevante Informationsquelle bei neuen Therapien, für 10,3 % gehört sie hierbei zu den drei bevorzugten Quellen.
Walter Bischof, LA-MED-Vorstand und Geschäftsführer dpmedia, zur Bedeutung dieser neuen Touchpoint-Daten: „Das Thema KI, ihre Anwendungsmöglichkeiten, Nutzung und Akzeptanz, treibt aktuell alle Marktpartner um. Die LA-MED liefert nun erstmals repräsentative Daten über die Nutzung der Fachärzte von Künstlicher Intelligenz. Dies ist ein erster Schritt. Die LA-MED-Projektgruppe Digital arbeitet bereits an einem Befragungsformat, um hier in einem Gemeinschaftsprojekt weitere Transparenzdaten zu ermitteln.“

Quelle: LA-MED Facharzt-Studie 2026
Die Nutzung verschiedener Social-Media-Angebote und -Portale wurde in der Facharzt-Studie erneut untersucht und erstmals gaben die Fachärzte zusätzlich Auskunft darüber, wozu sie die Portale nutzen: Je nach Plattform fällt dies naturgemäß sehr unterschiedlich aus, generell liegt aber die Informationsbeschaffung an erster Stelle, gefolgt von Unterhaltung, Networking und Fort-/Weiterbildung.
Nutzung – und dann?
Abgerundet werden die Daten über die Nutzung von Medien und Informationsquellen von der Frage nach der Aktivität, die durch Mediennutzung initiiert wird: Der Aktivierungs-Check in der Facharzt-Studie zeigt, wozu Fachzeitschriften-Lektüre die Zielgruppen angeregt haben. Neue Therapien (87,8 %), neue Angebote für Patienten (54,8 %) sowie Präparate-Empfehlungen (53,2 %) werden von den Fachärzten in Praxis und Klinik dabei ebenso genannt, wie die Teilnahme an Fortbildungen (80 %) und Kongressen (67,1 %). Aber auch zu weiterer Mediennutzung (Web-Recherche 67,2 %) und intensiverer Beschäftigung mit anderen Informationsquellen regt die Fachzeitschriften-Lektüre an.
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Quelle: LA-MED Facharzt-Studie 2026
Die vollständigen Studiendaten der Facharzt-Studie 2026 haben die LA-MED-Mitgliedsunternehmen exklusiv erhalten. Auszüge werden in Kürze auf LA-MED.de zum Download bereitstehen.
