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Zava-Studie: Neun von zehn Frauen berichten von Nebenwirkungen

14.08.2019 09:50
Mit rund sieben Millionen Anwenderinnen ist laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2015 die Antibabypille auch knapp 60 Jahre nach Markteinführung Deutschlands Verhütungsmittel Nummer 1. Dennoch kann die Antibabypille, wie jedes Arzneimittel, unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Eine bundesweite Studie der Online-Arztpraxis Zava, für die 2019 bundesweit 751 Frauen befragt wurden, kommt zu dem Schluss, dass schätzungsweise rund 1,4 Millionen Frauen in Deutschland ein für sie ungeeignetes Pillenpräparat einnehmen.

Neun von zehn Frauen (88 Prozent) geben den Studienergebnissen zufolge an, schon einmal unter Nebenwirkungen gelitten zu haben. Besonders häufig treten Zwischen- und Schmierblutungen (42 Prozent) sowie Kopfschmerzen oder Migräne (39 Prozent) auf. Jede dritte Frau berichtet außerdem von einer Gewichtszunahme (33 Prozent). Allerdings klingen diese Beschwerden im Schnitt in 65 Prozent der Fälle innerhalb der ersten drei Monate wieder ab. Doch berichtet jede Dritte, sogar länger als sechs Monate oder über Jahre unter den Beschwerden gelitten zu haben.

Aber wie kommt es, dass viele Frauen bei anhaltenden Nebenwirkungen der Pille keinen Arzt konsultieren? Dr. Friederike Ebigbo, Frauenärztin der Online-Arztpraxis Zava, erklärt: "Nebenwirkungen werden häufig als gegeben hingenommen. Viele Frauen beginnen schon im Teenager-Alter mit der Einnahme und entwickeln eine Routine. Einige Beschwerden werden von den Betroffenen nicht mit der Pille in Verbindung gebracht und andere werden bewusst akzeptiert. So kommt es, dass viele betroffene Frauen unnötig lange unter Nebenwirkungen leiden."

Tatsächlich spricht jede Fünfte (22 Prozent), die unter Beschwerden leidet, diese nicht beim Arzt an. Gründe für das Schweigen: 31 Prozent der Frauen sehen keinen Zusammenhang zwischen den Symptomen und der Einnahme der Pille. 11 Prozent haben das Gefühl, die Beschwerden nicht mit ihrem Gynäkologen besprechen zu können. 10 Prozent fürchten außerdem, der Arzt könne dazu raten, die Pille ganz abzusetzen.

Die Ärzte der Online-Arztpraxis Zava raten bei regelmäßig wiederkehrenden oder andauernden Beschwerden den Rat eines Gynäkologen einzuholen. Er könne helfen, Symptome zu lindern oder ein anderes Verhütungsmittel, bzw. eine andere Pille, verschreiben. Dr. Friederike Ebigbo erklärt, warum auch die durchgehende Pilleneinnahme einer Kombinationspille Abhilfe schaffen kann: "Die durchgängige Einnahme kann viele Vorteile mit sich bringen. Zum einen minimiert sie die Blutungshäufigkeit und kann so Nebenwirkungen und Menstruationsbeschwerden, wie zyklusbedingte Bauchschmerzen und Migräne, reduzieren. Zum anderen unterdrückt der Langzeitzyklus den Eisprung nachhaltig und erhöht damit die empfängnisverhütende Wirkung der Pille. Einigen Frauen kommt es anfangs so vor, als würde ihre natürliche Periode damit unterdrückt. Tatsächlich ist die Blutung innerhalb der sonst einzuhaltenden siebentägigen Einnahmepause jedoch nicht jeden Monat notwendig."

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