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BPI-Unternehmertag: Krisensichere Arzneimittelversorgung braucht Stabilität und Investitionen

11.05.2022 14:11
Krieg, Corona, Klima: Krisen wohin man blickt. Gleichzeitig verschärfen geplante Spargesetze und weitere Regulierung die angespannte Versorgungssituation mit Arzneimitteln und Medizinprodukten. „Was wir jetzt brauchen, sind gemeinsame Lösungen, damit es nicht zu Versorgungsproblemen kommt“, sagt der BPI-Vorsitzende Dr. Hans-Georg Feldmeier in der Eröffnungsrede des 36. Unternehmertages des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI).

„Bei der Verteidigung und Sicherheit wurde jahrelang zu wenig investiert und eher rückgebaut. Im gleichen Maße wurde die ortsgebundene europäische und deutsche Arzneimittelproduktion durch Rabatte und Reformen kaputtgespart. Oft ist es gerade noch gut gegangen, aber wir müssen uns heute und nicht morgen für weitere Krisen wappnen.“

Steigende Energiekosten, fragile Lieferketten und nie dagewesene Preis- und Verfügbarkeitsturbulenzen bestimmten derzeit die Pharmabranche, wie der BPI-Vorsitzende weiter ausführte. „Die Zeitenwende ist greifbar. Wir müssen uns von den seit Jahren bestehenden Abhängigkeiten endlich lösen. Deshalb brauchen wir eine europäische Industrie, die Arzneimittel nicht nur entwickelt und vertreibt, sondern auch vor Ort produziert – ohne auf die Vorteile der Globalisierung zu verzichten. Dafür braucht es kluge Ideen.“

Im Koalitionsvertrag sei zwar das Ziel vereinbart, die „Herstellung von Arzneimitteln inklusive der Wirk- und Hilfsstoffproduktion nach Deutschland oder in die EU zurückzuverlagern“. Nur: „Mit Blick auf die geplanten Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung wird die pharmazeutische Industrie keine Chance haben, in Deutschland und Europa zu produzieren – mit sich abzeichnenden Folgen für die sich weiter verschärfende Abhängigkeit Deutschlands und Europas vom asiatischen Pharmamarkt“, betont Dr. Feldmeier. „Erstattungspreise im Cent-Bereich seitens der Krankenkassen schädigen letztlich nicht nur den Produktionsstandort Deutschland, sondern auch die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Ein Standort, an dem nicht produziert wird, bringt auch keine neuen Innovationen hervor – und ist damit im doppelten Sinne innovationsfeindlich.“